Leserstimmen: Ihre Erfahrungsberichte zum Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis

Um Interessierten einmal aufzuzeigen, was alles in der Diagnose und Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis Tag für Tag schief läuft, haben wir einen Bereich für Ihre Erfahrungen, Hashimoto-Geschichten, Erfahrungsberichte und Kommentare zu Ihren persönlichen Situationen eingerichtet.

Denn viele Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffen stehen nach wie vor alleine dar, wenn es um die richtige und zielführende Behandlung der Autoimmunerkrankung geht. Ein Hauptgrund dafür ist, dass heutzutage bei der Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis seitens der Mediziner, noch so einiges schief läuft.

Es wird immer noch nur auf den TSH-Wert geschaut, die freien Schilddrüsenwerte werden ignoriert, Nährstoffmängel werden außen vor gelassen und der Bezug zum Darm, der Ernährung und einer ganzheitlichen Sichtweise  wird einfach „übersehen“.

Auch wird die Hashimoto-Thyreoiditis aus der Erfahrung heraus nach wie vor häufig verharmlost und Ärzte sehen häufig keinen Handlungsbedarf im Bezug auf eine sinnvolle Behandlung. Dies alles führt dazu, dass Hashimoto-Betroffene oft über viele Jahre hinweg, unnötig leiden müssen.

Es ist alles andere als einfach, mit der Hashimoto-Thyreoiditis leben zu müssen und manchmal muss man auch einfach ein wenig Dampf ablassen und sich den Frust von der Seele schreiben. Dies können Sie gerne unter folgendem Link tun:

Nachfolgend finden Sie einige Erfahrungsberichte Betroffener, die uns bisher erreicht haben:


Elisa, 51

Liebe Betreiber/innen und Leser dieser Seite.

Auch ich habe eine lange Leidensgeschichte hinter mir und bin jetzt endlich auf dem richtigen Weg. Doch dies alles nur aus eigener Kraft und mit wahnsinnig viel Wut auf sämtliche sogenannte Facharzte, insbesondere die Psychiater, die mir seit meinem 17.ten Lebensjahr immer wieder eine Schizo-affektive Psychose attestiert haben.

Bereits im Alter von 12 Jahren hat meine damalige Hausärztin anhand meiner Blutwerte festgestellt, dass meine Schilddrüse nicht richtig funktioniert und mich an eine Radiologin überwiesen, die mich dann ach gut mit Medikamenten eingestellt hat. Ich habe mit 17 Jahren angefangen, in der Krankenpflege zu arbeiten, was mir unendlich viel Freude gemacht hatte .

Ich war immer schon ein Spätzünder, bis ich mich dann mit Haut und Haar in einen 19jährigen Jungen aus meinem weiteren Freundeskreis verliebt habe .Zu diesem Gefühlschaos kamen noch die ganzen Schichtdienste und jede Menge Überstunden dazu. Ich war total aufgedreht, ruhe- und rastlos. Habe Medikamente verwechselt und einfach keinen Schlaf mehr gefunden.

Zum Schluss war ich dreißig Stunden wach und mit meinen Nerven und Kräften völlig am Ende. Auf einmal rebellierte ich gegen meine Eltern…endlich und mindestens vier Jahre zu spät.

Ich war immer ein ruhiges, folgsames Kind gewesen, dass sich lieber mit Büchern als mit anderen Kindern wohlgefühlt hat. Für meine Eltern völlig unverständlich, dass aus diesem ach so lieben und ruhigen Kind so eine Furie geworden war. Und das schließlich völlig zurecht!!

Und dann kam der 25.März 1987,drei Wochen vor meinem 18. Geburtstag, der Tag meiner ersten Zwangseinweisung in die geschlossene Frauenpsychiatrie. Am morgen war ich noch völlig entkräftet zum Dienst angetreten, als mich unsere Stationsärztin zur Seite nahm und mir sagte, dass sie und die ganzen Kollegen sich sehr um mich sorgen würden.

Meine Eltern würden diese Sorgen so belasten, weil sie nirgendwo Hilfe für ihre schrecklich kranke Tochter bekommen könnten. Ich habe der Ärztin nur gesagt, dass ich körperlich so erschöpft sei und einfach nur mal wieder richtig schlafen und mich erholen möchte. Ich habe zudem Zeitpunkt noch ganz naiv an eine Kur oder ein Sanatorium gedacht. Doch das sollte sich noch am selben Tag als  fürchterlichen Irrtum herausstellen.

Ich war und bin immer noch ein sehr gläubiger Mensch und habe immer schon sehr feine Antennen für spirituelle Geschehnisse besessen. Ich habe an dem Tag den Tod eines alten Patienten vorhergesehen. Was die Kollegeninnen rational nicht glauben konnten und schon gar nicht wollten.

Ich war so verzweifelt, diesem Mann nicht helfen zu können, weil meine Kollegen es nicht zugelassen haben. Ich habe um mich geschlagen und in höchster Not geschrien. Auf einmal fand ich mich auf der Intensivstation wieder, also der geschlossenen Abteilung eines Allgemeinkrankenhauses wider.

Der herbeigerufene Psychiater kam schon mit der unterschriebenen Einweisung zu mir. Er hatte schon längst, ohne mich zu sehen, sein verhängnisvolles Urteil über mich gefällt. Ich sei hochgradig psychotisch und somit selbst-und fremdgefährdend.

Ich habe direkt auf meine Schilddrüsenfehlfunktion, die ja schon fünf Jahre in meiner Krankenakte stand hingewiesen, worauf mir direkt eine fehlende Krankheitseinsicht attestiert.

Ich habe fast mein gesamtes 18. Lebensjahr in der Psychiatrie verbringen müssen! Ab da galt ich als unheilbar Schizophren und austherapiert. Immer wider hatte ich depressive Phasen und völlig euphorische Zustände in einem Zustand der Überfunktion.

Meine Behandlung war immer dieselbe in diesen Phasen. Zwangseinweisung, Zwangsbehandlungen und immer wieder auch Fixierungen. Dies ging über mehr als dreißig Jahre so!!

Doch vor zwei Wochen habe ich durch diese ganze angestaute Wut soviel Energie, dass ich nicht mehr zugelassen habe, dass man mir wieder einmal aus einer Fehldiagnose heraus zur Behandlung meiner angeblichen Schizophrenie den Willen bricht ,um mich zu meinem eigenen Schutz endlich therapieren zu können.

Im Gegensatz zu vielen anderen Leidensgenossen war es mein sehr geschätzter Neurologe, der diesen Teufelskreis endlich unterbrochen hat und mich wirklich gerettet hat: Dieser, von meinem ganzen Umfeld als inkompetenter und höchst unverantwortlicher Mediziner wahrgenommen, ist mir als allererstes als Mensch begegnet und hat mich mit Würde und stets auf Augenhöhe behandelt. Meine Schwester wollte ihn schon mehrfach wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht zerren.

Das war der Anfang und nur ein sehr kleiner Teil meiner Lebensgeschichte und den Auswirkungen einer Hashimoto-Erkrankung. Ich könnte jetzt noch das ganze, lange Feiertagswochenende durchschreiben, doch das lasse ich besser bleiben.

Ich bin so glücklich, endlich euch und diese Forum gefunden zu haben. Ich habe einfach nur schreiben und schreiben und schreiben wollen, deshalb werde ich nun überhaupt keine orthographische Überprüfung mehr durchführen. Ich hoffe, ihr seht mir das nach und versteht meine Geschichte auch mit diesen vielen Rechtschreibfehlern. (Anm. d. Red: Haben wir korrigiert 😉 )

Schön, dass es euch und diese Seite gibt. Macht weiter so!!


Suna, 44

Hallo Zusammen,

ich heiße Suna und habe im Oktober 2019 die Diagnose Hashimoto von meiner Frauenärztin bekommen. Ich war vorher bei einem Internisten weil ich hohe Blutdruckwerte hatte und mir das Angst  gemacht hat.

Ich wurde soweit durchgecheckt, Blut wurde abgenommen (habe auch noch schlechte Venen bekommen) , ich wurde zur Sonographie geschickt etc. Dann die Diagnose „oh oh das sieht nicht gut aus. Hier erkenne ich mehrere Zysten. Hmm. Sie leiden und einer Schilddrüsenunterfunktion…“.

Mir wurde dann Blutdruck- und Schilddrüsentabletten verschrieben die ich auch in den ersten 4 Wochen sehr gut vertragen habe nur nach den 4 Wochen  Schweißausbrüche und sehr schlechter Schlaf. Wieder und wieder zum Arzt, der außer die Dosis zu erhöhen nichts weiter unternommen hat ganz zu schweigen von der Blutentnahme, die nicht mehr funktionieren wollte.

Ich habe es dann aufgegeben und bin zu meiner Frauenärztin wo man sich Zeit für die Blutentnahme nahm und sich die Mühe machte das auch mal richtig prüfen zu lassen und siehe da: Hashimoto-Thyreoiditis..endlich etwas womit sich mein Bauch gut gefühlt hat (also endlich eine logische Diagnose..bin ein Bauchmensch).

Ernährung etwas umgestellt (reagiere auf Gluten seit 2 Jahren und habe seit meiner Kindheit einen Reizdarm) dann zur Heilpraktikerin, die der Hammer ist, und jeden 2. Tag Sport für Blutdruck und Gewicht. Ich nehme Selen, Zink, Vitamin d hochdosiert und Candesartan für meinen Blutdruck, dann für den Darm ein spezielles Pulver von meiner Heilpraktikerin und Itires und Astru Heilmedizin für meinen Hormonhaushalt.

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Soweit geht es mir gut, aber was für mich gerade sehr anstrengend ist, ist die Tatsache, dass ich meine Pfunde nicht loswerde (am Bauch sonst ist alles gut?) Und ich weiß, dass genau in diesem Bereich es wichtig ist Fett loszuwerden.  Mich hat das wieder mal gelehrt wieder und wieder auf meinen Bauch zu hören und niemals locker zu lassen…hat man Medizin studiert, dann soll man das auch gefälligst ausüben und seine Arbeit erledigen.

VG
Suna


Siri, 40

Bei mir fing es mit einer Grippe im Sommer 2018 an, von der ich mich nicht mehr erholt habe.

Zuerst hieß es, es sei ein Infekt und ich bekam Antibiotikum, welches keine Besserung herbeiführte. Nachdem ich erneut beim Arzt war, hieß es, dass wohl auch ein paar Viren dabei wären, ich sollte mich ausruhen und wurde weiter krankgeschrieben. Nachdem ich zum 3. Mal beim Arzt war, wurde eine Blutentnahme gemacht und es hieß, ich hätte Antikörper Influenza A und B. Superinfektion nannten sie es.

Wirklich besser wurde es nicht und es zog sich immer wieder, dazu kamen neue Symptome. Es kam Druck und Geräusche auf den Ohren dazu, ich war ständig verschleimt und verschnupft, hab gehustet, geniest, hatte Magen-Darm-Probleme, Herzrasen, Engegefühl auf der Brust, Halsschmerzen, erhöhte Temperatur. Ich schwitzte teilweise, dass die Brühe nur so lief, im nächsten Moment war mir eiskalt.  Ich konnte weder Hitze, noch Kälte ertragen. Ich bekam Haarausfall, war nur noch müde, hatte Konzentrations- und Sprachprobleme. Die Liste ist endlos.

Im Oktober hatte ich dann Bluthochdruck und wurde auf Medikamente eingestellt. Der Blutdruck war dadurch ok, aber mein Herz raste und ich musste Betablocker nehmen. Daraufhin verschlechterte sich mein seelischer Zustand rapide. Ich hatte massive Schlafstörungen, übelste Durchfälle mit Gewichtsabnahme, dazu kamen Panikattacken und Todesangst.

Mein Arzt wollte aber, dass ich die Medikamente weiterhin nehme und meinte, dass mein Körper sich daran gewöhne. Das ganze ging dann soweit, dass ich aus Verzweiflung den Arzt wechselte. Der neue Hausarzt hat mir andere Medikamente gegeben, welche nach ein paar Tagen die Symptome brachte, wie die vorherigen. Dann haben wir alles abgesetzt! Der neue Arzt wurde langsam nervös, weil er mir nicht helfen konnte. Sie haben mich auf die Psycho-Schiene geschoben.

Dann hatte ich 3 Tage, an denen ich ständig auf dem Klo saß und dachte, ich verdurste. Ich habe 10 Liter getrunken und 8 Liter wieder rausgelassen! In meinem Urin waren Flocken drin und es schien, als wollte mein Körper sich von irgendwas befreien. Mit dem Verdacht auf Diabetes insipidus wurde ich mit einer Einweisung in die Klinik geschickt. Diese schickte mich wieder heim – Termin 6 Wochen später.

Da mir das zulange war, hab ich einen Termin woanders vereinbart – es wurde nix gefunden.

Ich hatte zwischenzeitlich begonnen mit Flohsamenschalen, Heilerde etc., da ich den Medikamentenmüll aus mir raus haben wollte und mir in meiner Verzweiflung auch nicht weiter zu helfen wusste.

Das ganze Endete im November mit 4 Tagen Krankenhaus, bei denen rauskam, dass ich eine Magenschleimhautentzündung habe, eine Hernie und somit der Magen ein bisschen nach oben verrutscht ist (was nicht weiter schlimm ist) und ein paar reizlose Divertikel. Entlassung ohne Befund!

Heute weiß ich, dass ich damals eine Hashitoxikose hatte. Meine Symptome waren die einer Überfunktion aufgrund dessen, dass die SD sich auflöste und die darin gespeicherten Hormone meinen Körper überfluteten.

Der Hausarzt meinte nach meinem Krankenhausaufenthalt, dass ich mir psychische Hilfe nehmen sollte, da ORGANISCH ALLES OK wäre. Der Arzt hat mich nicht mehr ernst genommen, das Verhältnis war zerrüttet und ich bin nicht mehr hin.  Die ganzen Ärzte, welche mich in der Zwischenzeit gesehen haben, inkl. der in der Notaufnahme haben mich als Psycho abgestempelt und wollten mich mit Medikamenten ruhig stellen. Glücklicher Weise ist meine Gynäkologin fit und hat direkt auf Hashimoto getippt.

Somit habe ich mich mit dem Thema immer mehr befasst und für mich festgestellt, dass es das sein muss. Die Endokrinologin im Dezember 2018 hat festgestellt, dass meine SD inhomogen ist und teilweise echoarm, Volumen 9 ml. Sie sagte, dass es nach Hashimoto aussieht, sie mir aber nicht helfen könnten, weil die Blutwerte noch ok sind. Ich sollte in einem Jahr zur Kontrolle kommen.

Dieses Jahr bis zur nächsten Untersuchung habe ich mir mit Hilfe meiner Gynäkologin überbrückt und mit Nahrungsergänzungsmitteln angefangen. Durch die NEM`s sowie die Veränderung meines Lebensstils, konnte ich das Jahr ohne große Probleme überbrücken. Ich habe gelernt, was ich tun muss, wenn ich in der ÜF bin und ich habe durchgehalten, wenn ich in der UF war. Ich habe Schübe kennengelernt und habe Gruppen Betroffener gefunden, mit denen ich mich austauschen kann. All mein Wissen, habe ich mir so angeeignet, weil kein Arzt dazu in der Lage war, mir zu helfen.

Im Dezember 2019 war ich beim Nuklearmediziner, die Blutwerte laut Labor noch in der Norm, in Prozenten umgerechnet eher bescheiden (fT4 bei 0%, fT3 bei 57 %  und TSH von 1,66). Der Nuklearmediziner sagte schon beim Sono, dass die SD entzündet sei. Bei seiner weiteren Untersuchung kam raus, dass die SD echoarm und inhomogen ist, keine Knoten. Szintigraphie ergab, dass das bisschen SD, was noch da ist, gut arbeitet. Volumen nur noch bei 4,3 ml gesamt. Somit also innerhalb eines Jahres über die Hälfte verloren.

Er sagt, dass es sehr nach Hashimoto aussieht, die Blutwerte noch in der Norm wären, er aber aufgrund der starken Symptome einen Therapieversuch mit L-Thyrox empfiehlt. Seit dem nehme ich 25 mcg täglich und spüre tatsächlich schon Verbesserungen. Die Sprachstörungen sind weg, ich kann mich wieder besser konzentrieren und meine Haare fallen nicht mehr so aus.

In der Zwischenzeit habe ich Hausarzt N.3 kontaktiert, der allerdings auch nix taugt. Er möchte nicht wahrhaben, dass ich Hashimoto habe und meinte, ich sollte mir doch die SD einfach entfernen lassen, wenn ich meine, dass sie mir solche Probleme macht. Er schob alles auf mein Gewicht und meinte, wenn ich ein paar KG abnehme, dann wird das alles wieder. Dass ich kein fT4 im Körper habe, hat ihn nicht interessiert, da mein Wert ja in der Norm liegt!

Ich habe einen Termin bei einer Endokrinologin vereinbart, die mir empfohlen wurde. Sie kennt sich scheinbar gut mit Hashimoto aus und weiß wohl auch, dass Hashimoto ganzheitlich betrachtet werden muss.

Mein erster Besuch bei ihr war für mich wie ein Wunder. Wir haben uns unterhalten, sie hat die Briefe überflogen und sagte: „ich glaube, ich muss ihnen erklären, was Hashimoto bedeutet“. Ich habe geantwortet: „das müssen sie nicht, ich weiß es. Ich spüre es jeden Tag an meinem Körper.“

Sie fragt, was ich spüre, was meine Symptome sind und ich erzähle es ihr!

Und dann endlich die Worte: „das alles, was sie mir erzählen ist Hashimoto. Da brauchen wir nicht weiter zu reden, das ist eindeutig! Und jetzt machen wir einen Termin für Untersuchungen und dann gucken wir, was sie brauchen, dass sie wieder richtig auf die Beine kommen!“

Der Termin sollte schon Anfang Februar gewesen sein, musste aber wegen eines heftigen Infektes mit Antibiotikaeinnahme verschoben werden. Da dies die Blutwerte verfälscht. Jetzt ist es 4 Wochen später endlich soweit. Der Termin ist am Montag! Sie macht nicht nur das übliche Blutbild, sondern auch Nährstoffe und Cortisol (24 Stunden Urin). Ich habe das Gefühl, dass ich dort endlich in guten Händen bin!


Anke, 41

Meine Leidensgeschichte begann nach der Geburt meines dritten Kindes Ende 2007. Am Anfang sah noch alles ganz gut aus, nur das ich ständig Gewichtsprobleme hatte und zu- oder abgenommen habe und ich mit Anfang 30 an Gelenkschmerzen litt. Dies beunruhigte mich aber noch nicht.

2010 bin ich mit meiner Familie nach Qatar gezogen und da ging es dann richtig los. Ich habe aufgrund der Klimaumstellung innerhalb von 4 Monaten 12 Kilo zugenommen und war ständig krank. Ich hatte ununterbrochen 9 Monate lang mit Bronchitis und Viruserkrankungen und Dauerdurchfällen zu kämpfen. Dazu kam eine Ehekrise mit meinem Mann, wo ich dann innerhalb kürzer Zeit, ich glaube es waren 2 Monate, über 15 Kilo verloren habe. Mein Körper war so ausgelaugt, dass ich nur noch funktionierte.

Da ich nicht arbeitete, habe ich angefangen zu studieren. Am Anfang dachte ich „Oh Gott“ noch mehr Stress, aber mein Studium stellt sich hinterher als sehr angenehm für mich dar. Dann fing es bei mir an, dass ich bestimmte Nahrung nicht mehr vertragen habe. Ich schob es auf die arabische Küche und auf die Hitze in Qatar. Meine Gewichtsprobleme normalisierten sich ein wenig und es ging mir gut.

2012 wurde bei mir eine Zyste in der Brust festgestellt, die auf Grund einer Östrogendominanz entstand. Ich musste die Pille absetzen und habe mir das Hormonstäbchen einsetzen lassen. Das war ein Fehler, denn dadurch geriet mein Hormonhaushalt komplett durcheinander und ich musste es vorzeitig entfernen lassen.

2014 hat mein Mann mich verlassen, kurz bevor wir nach Deutschland zurückkehrten. Damals habe ich auch innerhalb von kürzester Zeit 15 Kilo abgenommen. Wir haben es dennoch noch einmal versucht und sind im Sommer 2014 zusammen nach Deutschland zurückgegangen. Und dann ging es richtig los.

2015 habe ich gemerkt, dass was mit mir nicht stimmt, ständig depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen, so dass ich kaum was für mein Studium machen konnte, ständig Verdauungsprobleme, Schlafprobleme, Vergesslichkeit, Müdigkeit, ich habe meine Kinder grundlos angeschrien oder habe ständig mit meinem Mann gestritten. Ich sagte ihm, dass was bei mir nicht stimmt und ich denke, dass was mit meiner Schilddrüse ist. Er meinte nur, dass ich mir das alles nur einbilde, immer und immer wieder erfuhr ich Ablehnung von ihm.

Im Februar 2016 hatte ich dann einen körperlichen Zusammenbruch und fand mich mit Verdacht auf Schlaganfall in der Notaufnahme wieder. Mein Blutdruck war 170/110, ich hatte Herzrasen, Schwindel, eine extreme innere Unruhe, Angstzustände. Dazu kamen Panikattacken. Ich konnte nicht mal mehr Einkaufen gehen geschweige denn Auto fahren. Ich war fix und fertig.

Die Ärztin im Krankenhaus meinte dann nur, dass ich einen Migräneanfall hätte. Dabei leide ich nicht unter Migräne. Meine Hausärztin hat die Lage dann schnell erkannt, sie stellte eine chronische Entzündung der Schilddrüse fest und dass meine Antikörper erhöht waren. Jedoch bekam ich auch Opipramol und eine Überweisung zum Psychologen. Zudem musste ich zum Kardiologen und zum Internisten, ich bekam Betablocker verschrieben, was ein riesiger Fehler war, denn die wirkten sich sehr negativ auf meine Schilddrüse aus.

Bei den Untersuchungen war alles in Ordnung, sogar im Ultraschall war meine Schilddrüse ohne Befund, auch war mein TSH nicht all zu hoch. So dass kein Handlungsbedarf bestand. Ich habe dann angefangen mich im Internet zu informieren und meine Hausärztin empfahl mir Weißmehlprodukte und Zucker zu reduzieren. Ich stellte meine Ernährung teilweise um, aber kämpfte immer noch mit extremen Verdauungsstörungen. Erst als ich komplett auf glutenhaltige Lebensmittel verzichtete, war ich beschwerdefrei.

Ich hatte Glück und mein Psychotherapeut setzte das Opipramol gleich bei mir ab, er meinte ich brauche es nicht, weil es in meiner aktuellen Verfassung mehr schaden würde als nützen. Das war eine sehr gute Entscheidung. 2018 hat mein Internist dann offiziell Hashimoto bei mir diagnostiziert, weil meine Schilddrüse mittlerweile schon sehr vernarbt war. Daraufhin habe ich mir eine endokrinologische Privatpraxis gesucht, die bei mir einen extremen Vitamin-D-Mangel, Pregnonolonmangel, Selenmangel, Magnesiummangel und eine beginnende Nebennierenschwäche feststellten. Mein Cortisol war zu hoch.

Mein Therapeut war mir in dieser zeit sehr hilfreich. Er diagnostizierte zwar eine mittelschwere Depression bei mir, aber ich konnte meine Therapie ohne Antidepressiva erfolgreich beenden und habe zusätzlich viel über mich und meinen Körper gelernt. Vor allem, dass ich auf meinen Körper hören soll, dass ich mich nicht von der Meinung Anderer abhängig machen soll (siehe Ärzte) und dass ich gut bin so wie ich bin, egal was andere über meine Krankheit sagen.

Tja und zu guter Letzt hat mich mein Mann letztes Jahr im Mai wegen einer Anderen verlassen. Ein Grund war meine Krankheit, er konnte nicht mehr damit umgehen, wie er so schön sagte. Ich lebe jetzt mit meinen drei Kindern allein. Ich habe ein neues Leben begonnen. Ich habe mir eine eigene Wohnung genommen und bin aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen. Und das Beste an meiner Krankengeschichte ist, dass es mir seitdem mich mein Mann verlassen hat gesundheitlich immer besser geht und meine Blutwerte seit einem halben in einem Topzustand sind, abgesehen von kleineren Mängeln. 

Ich nehme regelmäßig 50er L-Thyroxin und Ramipril, zudem Mucuna Dopa und Ashwaganda und Pregnenolon und Selen. Hin und wieder Magnesium und ernähre mich glutenfrei und versuche Molkereiprodukte zu reduzieren. Ich koche selbst mit viel frischem Gemüse und verzichte auf Fertiggerichte. Das hilft mir sehr.

Und wenn ich merke, die Müdigkeit, die Angst, die innere Unruhe, die Schmerzen in den Gelenken und die Depression nähert sich, dann gehe ich raus in die Natur, mache Yoga, meditiere und nehme mir die Zeit für mich und sage auch mal NEIN.


Marion, 47

Hallo zusammen,

ich habe zwar kein Hashimoto, aber seit August 2015 nur noch eine Seite der Schilddrüse. Bis Anfang 2017 war auch halbwegs alles gut. Ich nahm L-Thyroxin 75 und gut war. Dann fingen die Probleme an, Gewicht, Müdigkeit, Schwellungen etc.

Meine Ärztin schickte mich in die Uniklinik in Aachen, dort habe ich nie einen Arzt gesehen, Blut und Urin wurden kontrolliert, aber wäre alles gut. Ich sollte dann L-Thyroxin erhöhen auf 100µg.

Aber es wurde nicht besser. Im Sommer 2017 fingen die Muskelprobleme an. Dann gab es Calcium, es passierte nichts, bis es den ersten Muskelfaserriss aus dem Nichts gab.

Dann stellte man fest das mein Vitamin D unterirdisch war und deshalb Calcium gar nicht aufgenommen werden kann, also Vitamin D auffüllen und Calcium nehmen. Wurde anfangs auch besser, machte dann 2018 wieder Probleme mit meiner Muskulatur. Ich kam kaum noch auf die 1.Etage hoch. Sport gar nicht mehr möglich. Laune im Keller.

Keiner wollte auch nur ansatzweise glauben, dass es mit der Schilddrüse zutun haben könnte. Der Orthopäde verschrieb Einlagen und Stützstrümpfe, da es hauptsächlich in den Beinen schmerzte.

Die Gefäßchirurgin sagte ich brauche keine Stützstrümpfe. Die Neurologin meinte meine Probleme kommen vom Rücken, aber das CT war negativ. Borreliose war es auch nicht. Hormonspiegel beim Gynäkologen auch ok .

März 2019 fand sich ein Endokrinologe der mein L-Thyroxin umstellte auf Novothyral, das versprach Anfang auch Besserung, leider nicht für lange. Dann wurde nochmal erhöht und mit L-Thyroxin aufgefüllt. Das war auch nichts. L-Thyroxin wieder weg. TSH lag bei 0,79 wäre alles gut.

Meine Haus Ärztin findet das alles merkwürdig. Dann wurde die Lunge geröntgt, könnte die Ursache sein. Der Röntgen-Arzt sagte hinter vorgehaltener Hand: Probieren sie doch mal mit weniger oder ganz ohne Tabletten was passiert, schlimmer kann es doch nicht mehr werden oder?

Nun nehme ich nur noch 25 mg Novothyral und mir geht es gar nicht so schlecht.

Ich ürde gerne versuchen auf naturidentische Hormone umzustellen, aber da fehlt mir hier in der Region noch der Ansprechpartner/in. Scheinbar mag mein Körper die Chemie nicht. Meine Werte sind mir inzwischen egal, wichtiger ist wie ich mich fühle.

Wichtig war und ist es nicht locker zu lassen und Ärzte wechseln wenn es nicht mehr geht. Ich habe mir immer alle Blutwerte ausdrucken lassen und auch einige Untersuchungen selber bezahlt. War mir egal. Hoffe es kann jemanden helfen.


Tabea, 34

Starke Schwäche, immer Müde, starkes Herzrasen, brüchige Fingernägel, Graue Haare mit 23 schon? Und vieles mehr an Symptomen! Ich dachte da stimmt gewaltig was nicht.

Meine Mutter da sie selbst an Hashimoto erkrankt ist, sagte sofort zu mir, geh zum Hausarzt/ Facharzt und lass deine Schilddrüse überprüfen.

Erst Hausarzt, einige Fachärzte durchlaufen bis dann im Jahr 2010 Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert wurde von einer Fachärztin /- Endokrinologin.

Erklärt wurde mir diese Erkrankung überhaupt nicht, die Fachärztin sagte zu mir ich soll Prothyrid 50 mg nehmen und dann würde es mir besser gehen. Ich nahm diese kleine Tablette – sprich 50 mg sofort. Ich dachte wirklich meine letzte Stunde hat geschlagen und ich sterbe. Innere Unruhe, Herzrasen, Atemnot, starker Schwindel uvm.

Ab da ging meine lange Ärzte-Odyssee los bis zum heutigen Tag.

Unzählige Internisten, Endokrinologen, Radiologen, Frauenarzt, Notaufnahmen, KH- stationär, Privatärzte, Heilpraktiker – fast ganz -Stuttgart (Bawü) und andere Städte/Bundesländer habe ich durch. Sehr viele andere Diagnosen, unter anderem ich würde mir alles einbilden, – das ganze wäre nicht plausibel. zig Medikamente,- kam mir vor wie ein Versuchskaninchen, wegen meinen starken Medikamenten-Allergien habe ich die meisten Medikamente nie vertragen im Nachhinein bin ich dankbar, weil es alles Falsch-Diagnosen und Falsch-Behandlungen gewesen sind!  Geholfen hat mir bisher keiner von diesen Ärzten / Fachärzten!

Im Jahr 2018 ging bei mir nichts mehr. Nach einem komplizierten chirurgischen Eingriff im Zahn/Kieferbereich wurde bei mir ein Nerv beschädigt! Mit den Schmerzen, Taubheitsgefühl und das Essen fällt mir aus dem Mund,- da ich an der Seite nichts mehr spüre,- habe ich bis heute noch zu kämpfen!

Nach der hochdosierten Antibiotika Einnahme (habe davon einen Antibiotika-Schaden erlitten) konnte ich mein Bett nicht mehr verlassen, Schwäche und Schmerzen und viele andere schlimme Symptome hatten mich fest im Griff. Konnte meiner Arbeit nicht mehr nachgehen! Die Ärzte Odysee ging erneut los! Ohne Erfolg!

Mein jetziger Hausarzt bemüht sich wirklich und dank dieser Hashimoto-info.de Seite bin ich sehr viele Schritte weiter gekommen.

Ich habe Hashimoto-Thyreoiditis und eine Nebennierenschwäche, Nervenschädigung und einen Antibiotika-Schaden. Ich war auch sehr oft krank mit Infekten, vor allem Nebenhöhlenentzündungen und Grippeartigen-Symptomen.

Ich dosiere seit März 2019 in langsamen Schritten mein Euthyrox hoch. Im Moment bin ich bei 50mg. Ich achte sehr auf vitaminreiche Ernährung. Ich trinke überwiegend verschiedene Teesorten!

Jeder Tag ist nach wie vor für mich ein Kampf. Aber ich gebe nicht auf!


Claudia, 46

Hallo.

Ich hoffe, das hier kann auch eine etwas längere Geschichte ab.

Im Jahr 2017 hatte ich sehr viel um die Ohren. 2012 machte ich mich selbstständig und seitdem lief es auch auf Hochtouren. Was auch soweit gut war. Habe immer Gas gegeben, um es zum Laufen zu bringen und auch so zu halten.

2017 wurde dann alles zu viel: Seit Jahren ein an Demenz erkrankter Schwiegervater, um dessen organisatorische Angelegenheiten ich mich gekümmert habe ( man merke sich an dieser Stelle schon mal das Wort KÜMMERN), es folgte eine Hilfestellung meiner Mutter, mit der ich eine gesetzliche Betreuung für ihre Mutter – also meine Oma – durchgesetzt habe, mein Vater kam ins Krankenhaus und ich war sehr besorgt um ihn.

Mein Mann ist ebenfalls selbstständig, und ich habe mich jahrelang auch um seine Büroarbeiten gekümmert. Also praktisch 2 Betriebe geführt. Und während dieser ganzen Zeit quälten mich auch noch ständig Blasenentzündungen und hin und wieder Herzrasen. Auch fielen mir büschelweise die Haare aus und ich wurde immer dicker.

Dass das die Vorboten für den heutigen HASHI waren, weiss ich JETZT. So gegen Oktober 2017 merkte ich langsam, dass ich nicht mehr konnte. Hielt aber durch, immer wieder mit dem Gedanken: Bald ist Urlaub. Dann kannst du dich ausruhen.

Also half ich einem Kollegen noch aus, der dringend Hilfe in seiner Firma brauchte. Das war dann der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Im Dezember standen wir dann am Flughafen in der Gepäckaufgabe, um endlich in den lang ersehnten Urlaub zu fliegen.

Plötzlich erlitt ich einen heftigen Kreislaufzusammenbruch. Das sollte aber nicht der einzige bleiben. Insgesamt hatte ich fünf, davon im Flieger nochmal zwei davon. Im Urlaub selbst ging es mir nicht wirklich gut, ich war „ausgepowert“ und erschöpft, gleichzeitig spürte ich aber auch eine innere Unruhe.

Eines morgens stand ich vorm Spiegel und erschrak regelrecht. Mein Gesicht war total aufgequollen und die Augen nur noch Schlitze. Ich sah aus als hätte ich einen Kampf mit Klitschko gehabt. Wieder zuhause, brach ich dann komplett zusammen.

Als ich Post öffnete und Mailbox anhörte, bin ich zitternd und weinend zusammengebrochen und hatte nur noch einen Gedanken: Lasst mich alle in Ruhe! Ich kann mich nicht mehr KÜMMERN!!!

Das ging tagelang so, und ich dachte: so muss sich ein Burnout anfühlen… Schlimm war in den folgenden Wochen, in denen NICHTS mehr ging, dass mein Mann mich noch beschimpft hat, ich solle mich mal zusammenreissen. Schliesslich müsse ich wieder arbeiten. Wie ich mir das vorstelle?

Beim Arzt stellte man dann relativ schnell fest: Schilddrüse. Mit einem TSH-Wert von 7,05. Da war ich erstmal froh über eine Diagnose. Und dachte, alles wird gut. Ich muss dazusagen, dass ich schon immer „Schilddrüse“ habe, diese aber nie Probleme gemacht hat .

Ich war jahrzehntelang mit Euthyrox 100 gut eingestellt. Nach der Diagnose verschrieb mir mein Hausarzt Euthyrox 150. Was fatale Folgen hatte, ich aber zu dem Zeitpunkt nicht wusste, da ich keine Ahnung von der Materie hatte.

Ich bekam allerschlimmste Angstzustände und Panikattacken, mir war zum Kotzen übel jeden Tag. Wahnsinniges Herzrasen. Ich hatte keinen Appetit mehr und aß entsprechend nichts mehr. Es war wie zugeschnürt. Ich bekam nichts runter. Das einzig gute daran war, dass Ich 7 Kilo verlor. Und das Weinen hörte und hörte nicht auf. Ich dachte, ich lande echt in der Klapse.

Ich rief den Arzt an. Immer und immer wieder. Er glaubte mir nicht. Immer wieder die Worte: kann nicht sein. Ich notierte alle meine Beschwerden, und er kommentierte wieder mit: kann nicht sein. Sie schreiben mir hier Überfunktionssymptome auf. Sie haben aber eine Unterfunktion.

Mittlerweile wusste ich aber, dass das von der Tablette kam, denn genau 20 Minuten nach jeder Einnahme fing mein Körper an zu reagieren. In der Zwischenzeit suchte ich einen Neurologen auf und erbettelt mir was gegen die Angstzustände. Ich hielt das einfach nicht mehr aus!!!

Ich bekam Opipramol 50 mg, die ich 4 x am Tag nehmen sollte. Sie brachten aber: NICHTS.

Schliesslich ging ich zu einer Endokrinologin. Die stellte Hashimoto fest. Sie nahm meine Beschwerden aber ebenfalls nicht ernst. Sagte nur: Opipramol! Jaaa! Sehr gut! ( übersetzt hieß das: Jaaa. Nimm und verdünnisier dich.) Nachdem ich auch IHR schon mehrfach auf den Keks gegangen war.

Mit diesem Befund und der Anordnung auf 125 Mikrogramm zu senken, ging ichwieder zu meinem Hausarzt. Der sagte: Hashimoto ist das Gleiche. Sie sollten mal einen Psychologen aufsuchen.

Eine endokrinologische Endokrinologin stellte zeitgleich eine Östrogendominanz aufgrund beginnender Wechseljahre fest und verschrieb mir eine Gestagenpille. Die machte meinen Zustand aber noch schlimmer, und ich setzte sie wieder ab.

Meine Gynäkologin sagte, das sei alles Quatsch. Ich sei nicht in den Wechseljahren und Reime mir da was zusammen. Also wieder die Psychschiene.

Irgendwann schickte mich mein Hausarzt zu einem „Schilddrüsenspezialisten“ der ein Szintigramm erstellen sollte. Dieser behauptete doch tatsächlich, dass ich den HASHI schon immer gehabt hätte. Achso: meine Werte waren zu dem Zeitpunkt alle in der Norm. Soviel dazu, dass es tatsächlich so ist, dass Werte und Befinden NICHTS miteinander zu tun haben.

Für das Szintigramm musste ich 3 Wochen das Hormon absetzen. In dieser Zeit stieg mein TSH auf 14,7. Ich erfuhr das genaue Gegenteil zu meinem bis dahin anhaltenden Zustand und fiel in eine fürchterliche Depression, Antriebs- und Interesselosigkeit. Ausserdem ganz viele Symptome aus der auf dieser Seite aufgelisteten Symptome.

An dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Michael. Durch deine Seite habe ich erstmals erfahren, was meine Krankheit bedeutet und dass ich NICHT ballaballa bin.

Mein Hausarzt zog das ins lächerliche und kommentierte abfällig: TSH 14,7…. Jetzt haben Sie Depressionen, nicht? Haha. Sehr witzig.

Ich fing an, mich immer mehr über das Thema Hashimoto zu informieren. Internet, Kaufte mir Bücher, ging in Foren. Und war sooo erleichtert, als ich las, dass es so vielen Menschen ähnlich ging wie mir.

Zum ersten mal Begriff ich: es ist tatsächlich die Schilddrüse, die mich so sehr quält.

Das Szintigramm ergab nichts, ich bekam nur die Hashimotobestätigung. Und hörte erstmals, dass mein Hausarzt 4 Steigerungsschritte übersprungen habe. Der Doc setzte mich erstmal auf 50 Mikrogramm Euthyrox, nach einiger Zeit auf 75. Ich fing also ganz von vorne an.

Bei 75 war er der Meinung, das reiche. Meine Werte seien in Ordnung. Mir ging es aber immer noch beschissen. Wieder wurde abgetan mit den Worten: dann muss da noch was anderes sein.

Ich erbettelte mir wenigstens 88 Mikrogramm. Widerwillig schrieb er mir ein Rezept. Da mich bis dahin alle in die Psychoecke gedrängt hatten, und ich nicht mehr konnte und wollte, und nachdem ich nun schon 4 Monate krank geschrieben war, suchte ich eine Psychotherapeutin auf.

Krank schreiben wollte mich mein Arzt auch nicht mehr, er meinte es müsse langsam mal gut sein. Nach ein paar Sitzungen war sich meine Therapeutin sicher, dass ich ein hormoneller Problem habe.

Meine Symptome ließen sich keiner typischen Psychischen Erkrankung zuordnen. Zwar schon den Depressionen, aber es gab einfach keinen Grund dafür. Mein Leben war glücklich und zufrieden, bis diese Zusammenbrüche passierten.

Ein weiterer Vorteil war, dass sie selbst Schilddrüsenpatientin ist und die Problematik aus eigener Erfahrung kannte. Sie bot mir eine begleitende Therapie als Hilfestellung an, die ich dankend annahm, und ihr heute noch nach über einem Jahr „Therapie“ unglaublich dankbar für ihre Unterstützung bin.

Das erste mal nach Monaten war ich so was von erleichtert. Bin mit dieser Info wieder zum Hausarzt, und was soll ich sagen? Wieder nur Abfälligkeiten: was hat denn eine Therapeutin mit der Schilddrüse zu tun? ICH mach über 20 Jahre Schilddrüse. Bestellen Sie Ihrer Therapeutin schöne Grüße von mir, sie hätte keine Ahnung.

Das war für mich der Punkt, mich von diesem Idioten zu verabschieden. Ich war Sooo wütend!! ER hatte im Grund alles verbockt, indem er mich mit einer Überdosis Schilddrüsenhormon abgeschossen hatte!!! Das wusste ich zu dem Zeitpunkt endlich durch meine Recherchen. ÜBERHAUPT keine Ahnung hatte er!!!

Die Monate vergingen, ich ging wieder arbeiten, obwohl ich nicht in der Lage war. Dann wurde plötzlich alles noch schlimmer, jedes mal, wenn ich meine Periode bekam. Tagelang nur geweint, totale körperliche Erschöpfung. Es ging eigentlich gar nichts mehr. Weinend brach ich sogar vor einer Kundin zusammen. Alles war einfach nur noch peinlich und nicht zu ertragen.

Ich erkannte mich selbst nicht mehr wieder. Das war nicht ICH…Ich wünschte mir in dieser Zeit sehr oft den Tod… Ich hatte zwar nach jeder Hormonsteigerung gute Momente, aber nach spätestens 2 Wochen knickte alles wieder ein und alles war beim Alten.

Ich hatte einfach keinerlei Gefühle mehr. Ausser dieser abgrundtiefen Traurigkeit. Ich war innerlich tot. Keine Freude mehr, keine Liebesgefühle, kein sexuelles Interesse, nichts. Ich wollte am liebsten nur noch allein sein.

Das hätte mich fast meine Ehe gekostet. Zumal mein Mann das einfach nicht verstehen konnte. Immer wieder musste ich mir anhören, dir geht’s doch gut, du hast doch alles, freu dich doch mal. HALLO? Ich bin KRANK. Ich kann das nicht steuern.

Im Oktober 2018 fand ich ein Forum, in dem es Rat von einem Hormonexperten gab. Ich schilderte mein Problem kurz und bekam auch prompt Antwort. Zum ersten mal hatte ich das Gefühl, dass da jemand tatsächlich Ahnung hat.

Nach einigem hin und her schreiben machte ich seine Praxis in Lippstadt ausfindig und fuhr dort hin. Die 2 Stunden Fahrt und dass ich das selbst bezahlen müsste, war mir egal.

Dieser Doc hörte mir zum ersten mal zu und erklärte mir auch viel. Er deckte noch Mängel an Folsäure, Vitamin D und Zink auf und empfahl mir zusätzlich Selen. Auch er bestätigte die Wechseljahre und den Zusammenhang mit Hashimoto.

Gegen das PMS Syndrom bekam ich ein leicht dosiertes Hormonersatzpräparat. Welches endlich anschlug. Endlich! Ich steigerte im darauf folgenden Dezember mein Euthyrox nochmal auf 94. Zwei Wochen später ging es mir wieder gut. Aber eben WIEDER nur für 2 Wochen.

Da ich das mittlerweile kannte, bin ich dann auf 100 gegangen. Ein paar Tage später merkte ich wieder diese Angstzustände, die sich weiter steigerten und andere ÜF Symptome. Das teilte ich dem Arzt mit, und ich merkte, dass er schon langsam ungehalten wurde.

Dieses ewige hin und her ginge so nicht, ich solle mal über meine Lebensweise nachdenken, usw blabla. Schob mich dann ebenfalls auf die Psychoschiene, da meine Schilddrüsenwerte wieder mal in der Norm lagen.

Er verordnete mit ein Antidepressivum (Escitalopram), und ich verließ wieder weinend und verzweifelt die Praxis. Okay, dachte ich. So viele Ärzte haben dir jetzt das Gleiche gesagt, also musst du dich jetzt damit abfinden, dass du tatsächlich Psycho bist.

Ich besorgte mir die Tabletten und hoffte, dass die endlich Erleichterung bringen würde. Zuerst reduzierte ich aber wieder mein Euthyrox . Was er mir eigentlich untersagt hatte, aber ich hielt diesen seit mittlerweile 6 Wochen anhaltenden Zustand nicht mehr aus.

Was soll ich sagen? Es wurde besser. Die Ängste verschwanden und überhaupt der irre Zustand. Ich schlich trotzdem die Antidepris ein, musste aber wieder einmal feststellen, dass auch die nichts brachten. Im Gegenteil.

Ab Februar 2019 bewirkten die sämtliche Nebenwirkungen: Durchfälle, Kopfschmerzen, extremste Schwitzen, das bis heute noch anhält und WIRKLICH schlimm ist. Ich laufe förmlich aus.

Seit Mai habe ich nun auch noch eine Plantarfasciitis, und seitdem Hummel ich mit teilweise heftigen Schmerzen durchs Leben. Auch hier hat bisher NICHTS geholfen. Aber damit kann ich leben. Besser als mit dem Psychoterror.

Mittlerweile habe ich eine gute Hausärztin, die mir förmlich befahl, die Antidepressiva abzusetzen. Da bin ich jetzt bei, was sich auch als nicht so einfach gestaltet. Immer wieder Absetzsymtome, die ein Wiedereindosieren nötig machen.

Die Opipramol sind bis auf eine halbe fast weg. Die Escitalopram von 10 mg auf jetzt 3,75. Das ist schon ein riesiger Fortschritt, und es geht mir immer besser, je mehr davon wegkommt.

An dieser Stelle möchte ich allen Hashis davon abraten, dieses Teufelszeugs zu nehmen. Und das kuriose ist: Mit jeder Senkung des Escitalopram brauche ich mehr Schilddrüsenhormon.

Ich stelle mittlerweile selbst und nach Gefühl ein. Werte interessieren mich nicht mehr. In 6er Schritten (6 Mikrogramm).

Nach dem erneuten Versuch mit 100 hatte ich ein Erlebnis, wo ich dachte: JETZT ist alles gut. Mir ging es fantastisch. Alle Gefühle waren wieder da. Ich konnte wieder lachen. Super! Aber leider sollte auch das wieder nur 2 Wochen anhalten.

Ich bin jetzt seit ein paar Tagen bei 106,5, und hoffe, dass es weiter so bergauf geht. Zumindest bin ich wieder Mensch und kann wieder meinen Alltag bewältigen.


Dani, 36

Hallo zusammen,

ich habe 2006 nach der Geburt meines Sohnes das erste Mal mit Schwindel und Panikgefühlen zu tun gehabt…habe das auf die hormonelle Umstellung geschoben und nicht weiter beachtet.

2009 ging es mir nach mehreren Infekten total schlecht…immer wieder Fieberschübe und Herzrasen…mein damaliger Hausarzt meinte ohne jegliche Untersuchung…Burnout.

Ich hatte auf einmal einen Blutdruck von 170/100 und einen Puls von 130. Bin dann in die Notaufnahme wo mir gesagt würde alle Werte wären toll…entspannen Sie sich mal….machen Sie doch Yoga.

Ich war völlig geplättet davon.

Aber da musste ich wohl durch…nach einem Hausarztwechsel dann die Diagnose Pfeiffrisches Drüsenfieber…Ich dachte prima du bist nicht verrückt.

Zwischenzeitlich habe ich immer wieder die Schilddrüsenwerte testen lassen weil ich da einen Verdacht hatte…und 2012 dann das erste Mal auffällige Werte…Ich bekam L Thyroxin.

Ein auf und ab seitdem…wir haben ja schon 2019…Ich habe immer wieder Über- und Unterfunktionssymptome…die volle Palette.

Erst seitdem ich Mariendistel für die Leber und Zeolith täglich einnehme für den Darm geht es mir deutlich besser!!! Aber mal sehen…auch das wird wieder vergehen.

Vielen Dank für diese tolle Seite die mich so lange begleitet und mir das Gefühl gibt nicht alleine zu sein. Steht für euch ein! Kümmert euch selbst und lässt euch nicht ein Psycholeiden andichten!!!

LG Dani


Norbert

Hallo zusammen,
erst einmal möchte ich mich bei Euch für diese sehr gute Homepage bedanken, die natürlich nur durch Eure Mühe und Erfahrung entstehen konnte, DANKE!

Hier habe ich das Gefühl, dass ich mit den Informationen etwas anfangen kann. Bin jetzt seit einigen Monaten auf der Suche nach Informationen zu Hashimoto und komme irgendwie nicht mit diesen zurecht. Meistens wird doch nur die Oberfläche angekratzt und man erkennt sich nur zu einem geringen Anteil wieder. Auf Eurer Seite ist dies komplett anders!

Vielleicht kurz zu mir und wieso ich eigentlich auf der Suche bin. Im vergangenen Jahr wurde bei meiner Frau Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert und wie es der Zufall so will, im Frühjahr dann auch bei mir.

Das Ganze ist eigentlich durch eine normale Checkup-Untersuchung festgestellt worden, da wir den Hausarzt wegen Umzug gewechselt hatten. Da ich bei meiner Frau bereits Hashimoto und die Therapie miterleben konnte, hatte ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht, zumal meine Frau mit der Einnahme der Schilddrüsenhormone sehr schnell Besserung ihres Zustands feststellte.

Leider bei mir genau das Gegenteil. Ich habe das Gefühl, ich bin nicht mehr ich. Eben noch der flotte und zuverlässige Projektmanager den nichts so schnell aus der Bahn wirft und jetzt, schleppe ich mich durch den Tag, vergesse Kleinigkeiten, kann mich nur sehr schwer konzentrieren, bin permanent Müde und meine schnell ändernde Gemütszustände erinnern an Dr. Jekyll und Mr. Hyde. (Ich explodiere binnen Sekunden wegen Lappalien.

Trotz bewusster Ernährung wachse und gedeihe ich prächtig. Mein Darm und ich waren eine Einheit, quasi ein Schweizer Uhrenwerk nach dem man die Uhr stellen konnte und jetzt ist auch alles aus den Fugen geraten. Gut, einige Wehwehchen aus der Vergangenheit erklären sich jetzt, aber gefühlt nehmen andere zu und ich bin kein Mensch, der sich Krankheiten einredet oder mit aller Gewalt krank sein möchte. Am liebsten gehe ich Ärzten aus dem Weg, was mir jetzt vielleicht auch auf die Füße fällt!

Nach einem halben Jahr Tabletteneinnahme habe ich das Gefühl, mein Leben ist komplett aus den Fugen geraten. Gerade hatte ich meinen zweiten Labor-Termin und ehrlich gesagt graut es mir schon vor dem Besprechungstermin am Montag. Beim letzten Besprechungstermin (es war der erste Termin in der dreimonatigen „Einstellphase“) mit meinem Hausarzt, sagte er mir, der TSH-Wert ist gut und verschrieb mir meine Tablettendosis für die nächsten drei Monate. That’s all!

O.K. dachte ich mir, er ist Arzt und muss es ja wissen und seit dem befinde ich mich gefühlt im freien Fall! Für Montag werde ich mir eine Liste zusammenstellen und ihm präsentieren.

Durch Eure Seite habe ich festgestellt, dass meine Symptome klassisch sein können bzw. sind und ich wohl einen Spezialisten hinzuziehen muss. Mit oder ohne meinen Hausarzt werde ich diesen Schritt wohl gehen, aber ich möchte so schnell wie möglich mein altes Leben zurück gewinnen, was ich vor der Diagnose hatte.

Noch einmal vielen Dank für die sehr gute und informative Seite und natürlich für’s „Zuhören“!

Liebe Grüße
Norbert


Nadja, 39

Ich leide seit 24 Jahren an Hashimoto-Thyreoiditis. Die Diagnose wurde in meiner damaligen Ausbildungsstelle (Arztpraxis) gestellt! Eingestellt auf L-Thyroxin 75mg lief ich über 20 Jahre müde, platt, energielos durch’s Leben, weil ich bei allen, zwischenzeitlichen Kontrollen beim Radiologen immer die Aussage bekam, das alles in der „Norm“ sei und die angegebenen Symptome psychischer Gründe bedürfen.

Erst als ich anfing mich intensiv selbst mit der Hashimoto-Thyreoiditis zu beschäftigen und mir eine sehr gute Naturheilpraxis suchte, wurde ich endlich richtig eingestellt!

Schulmedizinisch ist man verloren!!!

Und nicht jeder Patient hat das Geld sich eine Naturheilpraxis zu suchen, geschweige denn sich die notwendigen Mikronährstoffe zu kaufen! Ein Trauerspiel bei einer solch fiesen Erkrankung, die einen völlig im Griff hat und das eigene Leben tagtäglich bestimmt!

Grüsse
Nadja


Karin, 42

Hallo und vielen Dank für die Möglichkeit auch mal etwas los zu werden.
Ich habe Hashimoto bereits seit 3 Jahren und richtig eingestellt bin ich immer noch nicht.

In der kommenden Woche habe ich einen Termin bei einem anscheinend guten Arzt für Hashimoto. Ich habe mir bereits so einige Notizen gemacht, die ich dann beim Termin versuche loszuwerden. Eigentlich mache ich mir da auch nicht mehr zu viele Hoffnungen, aber es ist ein weiterer Strohhalm, nachdem ich greifen muss.

Nachgewiesen wurde bei mir bisher eine Nebennierenschwäche, Östrogendominanz und ein starker Progesteronmangel. Alleine das herauszufinden hat mich viel Rennereien gekostet und Behandlungstechnisch passiert trotz sehr schlechter Werte nicht wirklich viel. Aktuell probiere ich auch einiges mit Thybon hin und her, komme aber auch da auf keinen grünen Zweig.

Nun nehme ich Zink, Vitamin D3, Magnesium, Vitamin C, OPC und so einige andere NEM´s ein. Das hilft mir bereits ein wenig. Trotzdem geht es tendenziell mit meiner Verfassung stetig bergab und mein bisheriger Arzt schiebt alles auf meinen Stress auf der Arbeit, ist aber auch nicht bereit mehr Laborwerte zu machen als wie den Tsh, Eisen und das kleine Blutbild. Vitamin und einige Hormone habe ich auf eigene Faust in einem Fremdlabor machen lassen.

Parallel versuche ich mich gerade in einige Bücher einzulesen, in der Hoffnung das ich mir selbst ein wenig helfen kann.

Ich wünschte nur, dass der kommende Arzttermin wirklich einmal was bringt und man mich von Kopf bis Fuß untersucht und sagen kann, was genau ich alles zu tun habe, damit es mir endlich wieder besser geht.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ganz Liebe Grüße an die Seitenbetreiber und vielen Dank fürs zuhören !

Karin

Quellenangaben
Bildquellen:
  • Titelbild: © Chanintorn.v | Fotolia.de
Michael Ayed

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