Die Hashimoto Thyreoiditis ist eine chronisch verlaufende Entzündung der Schilddrüse, die zwangsläufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion mit vielen Beschwerden führt. Diese Erkrankung wird durch das körpereigene Immunsystem ausgelöst, in dem es aufgrund eines fehlgeleiteten Immunprozesses das Schilddrüsengewebe angreift und mit der Zeit beinah vollständig zerstört.

Aufgrund dessen ist die Schilddrüse nicht mehr in der Lage, ausreichend Hormone zu produzieren und dem Körper bereitzustellen. Stichwort: Schilddrüsenunterfunktion.

Somit entstehen bei dieser Autoimmunkrankheit oftmals starke Symptome der Schilddrüsenunterfunktion, aber auch die Autoimmunerkrankung an sich kommt mit einer ganzen Reihe von Beschwerden daher. Diese werden allerdings oft leider nicht berücksichtigt und bei der Therapie außen vor gelassen.

Der Krankheitsverlauf der Hashimoto unterscheidet sich von Patient zu Patient enorm, so dass manche Betroffenen mit der Erkrankung sehr gut zurechtkommen und kaum Probleme haben, andere wiederum sind durch die Krankheit stark eingeschränkt und weisen eine starke Symptomatik auf. Zudem verläuft die Hashimoto Thyreoiditis in Schüben, sodass sie teilweise zu Beginn recht schwer zu greifen ist, da die Krankheitszeichen sich auch teilweise immer wieder abwechseln und somit oft kein absolut eindeutiges Krankheitsbild diagnostiziert werden kann.

Die Aufgaben einer gesunden Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ mit großer Wirkung. Vor allem dann, wenn ihre Funktion ins Wanken gerät und die Schilddrüse nicht mehr in der Lage ist eigenständig die Hormone T3 und T4 zu produzieren. Normalerweise ist die Schilddrüse nur so groß wie die Endglieder eines Daumens und wiegt lediglich zwischen 15-25 Gramm. Sie ist ein enorm wichtiger Hormonproduzent und ihre Schilddrüsenhormone nehmen einen großen Einfluß auf den Stoffwechsel des Körpers. Sie sorgen dafür das der Körper entweder auf Hochtouren oder auf Sparflamme läuft.

Fast alle Lebensfunktionen und Organe sind auf eine gesunde Schilddrüse angewiesen. Wie Bespielsweise der Energieverbrauch, die Körperwärme, der Mineralstoff- und Wasserhaushalt. Sie nehmen auch Einfluss auf die körperliche und geistige Entwicklung bei Kindern. Aber auch das Herz-Kreislaufsystem, der Magen-Darm-Trakt sowie die Nerven und Muskeln, werden von den Schilddrüsenhormonen beeinflusst. Nicht zuletzt regulieren Schilddrüsenhormone auch das seelische Wohlbefinden, die sexuelle Lust und Fruchtbarkeit.

Fakten und Häufigkeit der Hashimoto Theroiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis hat sich mittlerweile zu einer der häufigsten Autoimmunerkrankungen der Menschheit gemausert, wird aber leider nach wie vor von den meisten Ärzten stark unterschätzt und oft auch nicht richtig behandelt. Entgegen dem exotischen Namen, ist die Hashimoto die häufigste Ursache für eine chronische Entzündung und primäre Unterfunktion der Schilddrüse.

In der größten, bevölkerungsbasierten Verlaufsstudie zu der Hashimotoerkrankung, der Wickham-Studie, konnten folgende Daten ermittelt werden:

  • Bei 10% der Gesamtbevölkerung lassen sich erhöhte Auto-Antikörperwerte im Blut feststellen. Diese sind ein sicherer Hinweis für eine Hashimoto Thyreoiditis.
  • Bei 7.5% der englischen Frauen und 2,8% der Männer ist zudem der basale TSH-Wert, bei normalen Schilddrüsenhormonwerten erhöht.
  • 1.9% der Bevölkerung haben eine manifeste Unterfunktion der Schilddrüse, d.h. der TSH ist erhöht und die Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sind erniedrigt

Wer ist von dieser Erkrankung betroffen ?

Vom Hashimoto-Syndrom betroffen sind insbesondere Frauen im 3. – 6. Lebensjahrzehnt, davon 8% aller Frauen vor und 16% aller Frauen nach der Menopause. Insgesamt leiden Frauen 10mal häufiger an einer Hashimoto Thyreoiditis als Männer. Aber auch Männer mit einem schwachen Immunsystem, einer chronischen Entzündung im Körper, die sich schlecht ernähren und viel Stress haben sind die optimalen Kandidaten für die Hashimoto Thyreoiditis.

Es besteht auch eine familiäre Veranlagung zu dieser Krankheit. Kinder von Eltern mit Hashimoto haben eine Wahrscheinlichkeit von 25%, dass sie auch eine Thyreoiditis entwickeln. Ganz besonders die weiblichen Nachkommen sollten ab dem Grundschulalter immer wieder einmal ihre Schilddrüsen- und Antikörperwerte kontrollieren lassen, um die Hashimoto frühzeitig zu erkennen.

Häufige Auslöser für eine Hashimoto Thyreoiditis

In der Medizin sind folgende Faktoren bekannt, die zu einem Entstehen bzw. Ausbruch einer Hashimoto Thyreoiditis führen können:

  • Darmbeschwerden und Unverträglichkeiten (Glutensensitivität, Histaminintoleranz, Candida, LeakyGut, allgemeine Schleimhautreizungen im Darm etc.)
  • genetische Vorbelastung
  • Zufuhr hoher Dosen von Jod: jodhaltige Ernährung, jodhaltige Medikamente
  • hormonelle Sonder-Situation meist mit hohen Östrogen- aber niedrigen Progesteronspiegel: Pubertät, Schwangerschaft, häufig nach Entbindung, Stillzeit, seltener während Pilleneinnahme, häufiger nach Absetzen der Pille, Prämenopause, Hormonsubstitution in Menopause
  • chronische Infekte
  • Schwermetallbelastung (chronische Vergiftung mit Blei, Arsen, Quecksilber oder anderen Schwermetallen)
  • Virusinfektionen und baterielle Infektionen wie: Pfeiffersches-Drüsenfieber, Gürtelrose, EBV (Epstein-Barr-Virus), Yersinia enterocolitica, Herpesviren, Borreliose, Helicobacter pylori, Hepatitis C, Coxsackie B-Viren, Mumps, Röteln u.a.
  • dauerhafte schlechte Ernährung (Fast Food)
  • Stress (Beziehung, Familie, Arbeit, Finanzen u.a.)
  • persönliche Krisen

Meistens liegt die Ursache der Erkrankung in einer Kombination aus den oben genannten Punkten. Detailierte Ausführungen zu den häufigsten Ursachen der Hashimoto Thyreoiditis finden Sie unter: Hauptursachen für Hashimoto-Thyreoiditis

Noch mehr wichtige Infos:

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