Die Symptomatik der Hashimoto ist sehr vielfältig und somit schwer zu greifen. Häufig bemerken einige Patienten gar nicht, das sie unter einer Schilddrüsenentzündung leiden. Andere Patienten haben hingegen mit massivsten Beschwerden zu kämpfen.

Dies ist auch der Grund weshalb viele Ärzte mit Hashimoto Patienten oft überfordert sind und die Symptome nicht entsprechend zuweisen und richtig einordnen können.

Als Patient bleibt einem meistens nicht viel anderes übrig, als die Zügel selbst in die Hände zu nehmen und in Eigenregie gegen die Autoimmunerkrankung anzugehen. Die ist jedoch nur dann Möglich, wenn sich der Betroffene ausführlich informiert und sich nicht blind auf die Ärzte verlässt.

Meist beginnt die Erkrankung langsam und schleichend, so dass der Betroffene die Symptome zunächst kaum wahrnimmt. Oft ist es auch nicht einfach, die Anzeichen richtig zu deuten, da paradoxe Beschwerden auftreten können. Individuell können in Abhängigkeit von der Hormonlage unterschiedliche Symptome auftreten.

Da die Hashimoto besonders zu Beginn der Erkrankung mit einer kurzen Phase der Schilddrüsenüberfunktion ( Hyperthyreose ) einhergeht und erst im weiteren Verlauf der Krankheit zur Schilddrüsenunterfunktion ( Hypothyreose ) übergeht, treten häufig zuerst folgende Symptome auf:

Symptome der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

  • Herzrasen und starkes Herzklopfen
  • hoher Blutdruck
  • vermehrtes Schwitzen
  • Schlafstörungen
  • Händezittern
  • Rastlosigkeit
  • Nervosität und Reizbarkeit
  • Aggressive Verstimmungen
  • Gewichtsverlust trotz gesunden Appetits
  • Durchfall und Verdauungsstörungen
  • Bei Frauen: Zyklusstörungen (unregelmäßige oder verstärkte Blutungen)

Im weiteren Verlauf der Thyreoiditis versagt die Hormonproduktion der Schilddrüse zusehends und es ergibt sich ein nahtloser Übergang in die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Neben den klassischen Unterfunktionssymptomen wie Darmträgheit, Gewichtszunahme, Frieren, schlechtem Schlaf sowie depressiver Verstimmungen, werden von Hashimoto-Patienten auch häufig folgende, typische Anzeichen beschrieben:

Symptome der Schilddrüsenunterfunktion

Energiehaushalt und Schlaf

  • Chronische Müdigkeit und Schwäche
  • Antriebslosigkeit, Motivationslosigkeit und Niedergeschlagenheit
  • Geringe Ausdauer und lange Erholungsphase nach körperlicher Betätigung und Sport
  • Verlangsamte Reflexe (Achillesreflex)
  • Auffällig langsame Körperbewegung und Sprache
  • Schlaflosigkeit, Schlafapnoe und Schnarchen

Körpergewicht

  • Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung und Unfähigkeit Gewicht zu verlieren
  • Gewichtsabnahme trotz normaler Ernährung und Unfähigkeit Gewicht zu steigern
  • Metabolisches Syndrom und Fettleibigkeit
  • Anorexie (Magersucht)
  • Verminderter oder stark erhöhter Appetit
  • Aszites (Bauchflüssigkeitsansammlung)

Körpertemperatur

Immunsystem

  • Häufige Infektionen, Erkältungen und chronische Erkrankungen
  • Anfälligkeit für Bronchitis, Sinusitis und HNO-Infektionen
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Schwierigkeiten sich von Infektionen zu erholen
  • Chronischer Befall mit Pilzen, Bakterien und Parasiten im Darm

Herz und Kreislauf

  • Schwindel, Wahrnehmungsstörungen (Wattegefühl im Kopf) und Ohnmachtsanfälle
  • Bluthochdruck oder niedriger Blutdruck
  • Schwacher Puls (unter 60bpm) oder schneller Puls (über 90bpm)
  • Herzflattern, Arrythmie (unregelmässiger Herzschlag) und starkes Herzklopfen
  • Atherosklerose und Plaqueaufbau
  • Hohes Cholesterin, hohe Triglyceride und hohes LDL-Cholesterin (schlechtes Cholesterin)

Gehirn und Psyche

  • Depressionen und Panikattacken
  • Angstzustände und Wesensveränderungen
  • Hirnnebel, schlechte Konzentration und geistige Trägheit
  • Reizbarkeit, Nervosität und Stimmungsschwankungen
  • Persönlichkeitsstörungen und Albträume
  • Schlafstörungen (schwieriges Einschlafen, schlechte Schlafqualität, ständiges Aufwachen)
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
Interessantes ! Seit geraumer Zeit stolpert man im Internet gelegentlich über einen sehr interessanten Text, dessen Verfasser leider unbekannt ist, aber dessen Worte unsere Situation perfekt beschreiben. Jetzt lesen: Hallo, mein Name ist Hashimoto ...

Verdauung

  • Verstopfungen und Blähungen
  • Appetitverlust und Übelkeit
  • Lebensmittelallergien und Nahrungsmittelintoleranzen
  • Zöliakie und Glutenintoleranz
  • Reizdarmsyndrom (IBS) und Reflux

Haut und Haare

  • Haarausfall und trockenes Haar
  • Brüchiges und sehr feines Haar
  • Vorzeitiger Haarausfall und graue Haare
  • Ausdünnung oder Verlust der Augenbrauen
  • Trockene und schuppige Haut
  • Trockene und juckende Kopfhaut
  • Blasse Haut und Lippen
  • Trockene und helle Schleimhäute

Augen und Ohren

  • Trockene Augen
  • Schlechtes Fokussieren und Doppelsicht
  • Rote und entzündete Augen
  • Dunkle Ringe unter den Augen
  • Probleme mit der Nachtsicht
  • Überempfindlichkeit auf Lärm und laute Geräusche
  • Tinnitus und Geräusche in den Ohren (Klingeln und zischen)
  • Trockener, schuppiger Gehörgang
  • Wassereinlagerungen besonders an den Augenlidern und im Gesicht

Schmerzen und Muskulatur

  • Gelenkschmerzen und steife Gelenke
  • Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe
  • Nackenschmerzen und Muskelverspannungen
  • Chronische Rückenschmerzen
  • Chronische Kopfschmerzen
  • Sehnenentzündungen und schmerzende Knochen
  • Muskelschwäche und Muskelverhärtungen

Menstruationsstörungen und Schwangerschaft

  • Unregelmässige Periode und Zwischenblutungen
  • Zyklusstörungen und unerfüllter Kinderwunsch
  • Sehr leichte (Oligomenorrhoe) oder sehr starke Periode (Menorrhagie)
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS) und Prämenstruelle Spannung (PMT)
  • Vorzeitige oder verzögerte Menopause
  • Polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS)
  • Vorzeitige oder verzögerte Pubertät
  • Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten
  • Abnorme Östrogenspiegel, Progesteronspiegel und Testosteronspiegel
  • Verlust der Libido und sexuelle Dysfunktion
  • Mütterliche Anämie und Schwangerschaftsdiabetes

Begleiterkrankungen mit ähnlichen Symptomen

Nicht nur die Hashimoto an sich bereitet Symptome, sondern auch die geschwächten Organe, die seit geraumer Zeit aufgrund von Hormonmangel auf "Sparflamme" laufen. Allerdings spielen Müdigkeit, Schwäche, Schwindel und Verdauungsbeschwerden bei fast jedem Hashimoto-Patienten die Hauptrolle.

TIPP ! Benutze unseren Werterechner für den fT3 und fT4, um deine freien Schilddrüsenwerte in Prozent umzurechnen. So bekommst du schnell einen Überblick über die tatsächliche Hormonsituation in deinem Körper.

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