Inhaltsverzeichnis:

1. HPU / KPU

2. Diagnose & Therapie

Lange Zeit stand lediglich der klassische Kryptopyrolltest (KPU) zur Verfügung, welcher allerdings sehr ungenau ist und es nicht möglich macht, spezifische Stoffwechselstörung nachzuweisen. Stattdessen werden lediglich Pyrollverbindungen im Urin gemessen.

Seit 2000 steht der originale HPU®-Test zur Verfügung, welcher nun viel genauer ist und in der Lage ist spezifische HPL-Komplexe zu messen, die in der Form nur bei der HPU gebildet werden. Aufgrund dessen sollte auch klar sein, das HPU nicht gleich KPU ist, obwohl beide Krankheitsbilder gerne als ein Krankheitsbild mit zwei Namen dargestellt werden.

Beim originalen HPU®-Test gibt es zwei Varianten. Einmal die kostengünstigere Variante, bei der lediglich der Morgenurin untersucht wird. Diesen wählt man, wenn erst seit kurzer Zeit Beschwerden bestehen und auch bei Kindern reicht diese Testvariante aus.

Wenn die Beschwerden bereits seit geraumer Zeit bestehen und der Betroffene chronisch krank ist, sollte man den 24h-Urin-Test wählen, da dieser genauer ist und zudem die sogenannten Abendausscheider abdeckt. Viele Patienten, die bereits lange an HPU/KPU leiden, scheiden die HPL-Komplexe oft 1-2 Stunden nach Mahlzeiten oder über Nacht aus. Deshalb könnte der einfache Morgenurin-Test in solch einem Fall falsch negativ ausfallen.

Wie wird HPU/KPU therapiert ?

Eigentlich ganz einfach. Und zwar lediglich mit Mikronährstoffen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Die ausgeschiedenen und dem Körper fehlenden Mikronährstoffe müssen oral verabreicht werden.

Laut Dr. Kamsteeg haben viele HPUler Probleme Vitamin B6 zu aktivieren, weshalb angeraten wird direkt die aktivierte Form Vitamin B6 in Form von P-5-P zu substituieren. Dabei beläuft sich die Menge bei Erwachsenen bei ca. 50-100mg/Tag. Allerdings kann der Bedarf von Patient zu Patient variieren. Allerdings sollte eine Tagesdosis von 2000mg nicht überschritten werden.

Des weiteren muss Zink ersetzt werden. In welcher Form ist eine Glaubensfrage und jeder bevorzugt eine andere Form. Dr. Kamsteeg empfiehlt Zinkgluconat, andere bevorzugen Zinkcitrate. Ich persönlich bin von Zinkorotat begeistert. Dies sollte also jeder für sich selbst entscheiden. Beim Zink liegt die empfohlene Tagesdosis bei 30-60mg. Wobei es auch hier Patienten gibt die 125mg und mehr benötigen.

Und wenn Zink zugeführt wird, sollte auch Mangan nicht fehlen. Hierbei wird eine Tagesdosis von 10-20mg empfohlen. Mittlerweile gibt es verschiedene Anbieter auf dem Markt, die sogenannte Kombipräparate mit den oben genannten Mikronährstoffen anbieten.

Dr. Kamsteeg bietet verschieden Varianten seines Depyrrols an, Heidelberger Chlorella das B-LIFE Protect und Monapur das Kryptosan. Da aber des öfteren empfohlen wird, das Zink zweimal am Tag zu nehmen, genauso wie das Mangan, lässt sich solch ein Splitting mit Kombipräparaten schwer bewältigen, weshalb ich persönlich alle drei Mikronährstoffe separat verwende.

Neben diesen drei wichtigen Mikronährstoffen, sollten Pyrroliker immer darauf achten auch den Mangel an anderen Mikronährstoffen im Blick zu behalten und auszugleichen, da hier häufig Defizite bestehen. Vor allem da häufig der Darm aufgrund von Intoleranzen geschädigt ist und somit nicht ausreichend Mikronährstoffe aufnehmen kann.

Tipps zur Dosierung

Es ist nicht ausschlaggebend, wie hoch das Ergebnis des HPU-Tests ausgefallen ist und man kann die Dosierung der Mikronährstoffe auch nicht an dem Testergebnis festmachen.

Es gibt Patienten, die einen sehr hohen HPL-Werte aufweisen, wenig Beschwerden haben und somit auch niedrige Dosen an Mikronährstoffen benötigen. Andersherum gibt es Patienten die niedrige HPL-Werte aufweisen, massive Beschwerden haben und auch recht hoch dosierte Mikronährstoffe nehmen müssen.

Aber im Endeffekt muss jeder Patient die geeignete Dosierung für sich selbst finden.Optimal ist es, wenn Mangan und Zink in zwei Dosen gesplittet wird. Eine Portion morgens zum P5P und die zweite Dosis zum Abend hin.

P5P (aktives Vitamin B6)

Zu Beginn sollte man P5P immer sehr vorsichtig einschleichen, da es zu verschiedensten Nebenwirkungen führen kann. Es kann starke Übelkeit auftreten, die Müdigkeit kann sich deutlich verstärken, aber auch psychische Symptome können aufflackern. Dadurch das der Stoffwechsel sich wieder hochfährt und die Entgiftung wieder in Gang kommt, kann es sein das auch Vergiftungserscheinungen auftauchen und gegebenenfalls Schwermetalle mobilisiert werden.

Somit sollte man mit einer geringen Dosis einsteigen (12,5mg) und dann alle paar Tage bzw. Wochen vorsichtig steigern. Ein guter Marker an dem man sich im Bezug auf die Dosierung orientieren kann, ist die Traumerinnerung. Wenn man sich gut an seine Träume erinnern kann, ist man der idealen Dosis schon sehr Nahe. Meistens pendelt sich die P5P-Dosis zwischen 50-100mg ein. Allerdings gibt es auch Patienten die deutlich mehr benötigen.

Zink

Bei der Zinkdosierung scheiden sich die Geister und man findet im Internet verschiedenste Angaben. Oft wird empfohlen zwischen 30-50mg einzunehmen, Dr. Kamsteeg schreibt in seinem Buch „HPU...und dann ?“ das morgens und Abends je 30mg ein guter Anfang wären. Also muss man auch hier selber schauen, wo die Reise hinführt, aber zunächst auch niedrig einsteigen. 12,5mg sind ein guter Start und können nach 2-3 Wochen weiter erhöht werden.

Da Zink Quecksilber im Körper verdrängt, kann es auch hier bei zu hoher Dosierung zu Vergiftungserscheinungen kommen. Wichtig ist jedoch auch die verwendete Zinkverbindung. Zink gibt es unter anderem als Orotat, Citrat, Aspartat, Gluconat usw. Meistens wird das Gluconat empfohlen, wobei ich persönlich das Orotat bevorzuge. Auch hier muss man probieren und schauen was einem persönlich am besten bekommt.

Mangan

Da bei HPU auch Mangan verloren geht, muss auch dieses substituiert werden. Je mehr Zink eingenommen wird, umso mehr Mangan muss eingenommen werden.

Am Anfang sollten es nicht mehr als 5mg sein. Im späteren Verlauf kann man auch bis zu 20mg hoch dosieren. Da Mangan Kupfer verdrängt, kann es auch hier zu Vergiftungserscheinungen kommen, falls die Dosis zu hoch angesetzt ist. Mangan sollte immer etwas zeitversetzt zur Zinkgabe eingenommen werden, da es die Zinkaufnahme hemmt.

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