Meine Geschichte: Teil 1

März 2008

Hier begann alles. Als ich mir eines Abends nach getaner Arbeit eine Pizza bestellt habe und mir diese schmecken lassen wollte, wurde mir urplötzlich ganz komisch im Kopf. Zudem kam noch Schwindel hinzu und sodaß ich nicht wusste wie mir geschah.

Zunächst dachte ich, es wären einfach nur irgendwelche Kreislaufprobleme oder ich wäre einfach übermüdet und das ganze wäre am nächsten Morgen bestimmt wieder gut sein. Pustekuchen ! Ab diesem Tag gings im Grunde für fast vier Jahre nur noch immer weiter bergab.

Zunächst habe ich erstmal im Internet recherchiert, was es sein könnte. Natürlich stieß ich von ganz banalen Dingen auf die schlimmsten Krankheiten samt Tumoren etc. Aber auch über eine Erkrankung namens Hashimoto-Thyreoiditis.

Leider habe ich es in dem Moment nicht wirklich begriffen, das dies mein Problem war, da es ja eigentlich eine “Frauenkrankheit” sein sollte und somit fiel dies schonmal durch Raster und es wurde weiter gesucht.

Zwei Tage später führte mich mein Weg zum Hausarzt, der natürlich nichts feststellen konnte. Die Diagnose hieß zunächst “zuviel Stress”….ich sollte mir mal eine Auszeit nehmen.
So abwegig war die Diagnose gar nicht, dachte ich mir. Schließlich habe ich mich vor knapp zwei Jahren selbstständig gemacht und arbeitete teilweise bis zu 16 Stunden am Tag. Zudem waren meine Ernährungsgewohnheiten von Pizza, FastFood und Süßigkeiten geprägt, was vermutlich auch nicht so dolle war. Somit hieß es erstmal relaxen…aber wie ? Als Selbstständiger ohne Angestellte ?

Mit Schwindel, watte im Kopf und einer bleiernen Müdigkeit musste ich also weitermachen. Zudem kam noch eine auffällige Blässe im Gesicht dazu, sowie schlechtes fokussieren der Augen, Sehstörungen, Unwirklichkeitsgefühl, Durchfall und Verstopfungen im Wechsel und und und.

Auf anraten meiner Mutter bin ich nach Düsseldorf zu einer “sehr guten” Heilpraktikerin, da meine Verzweiflung immer größer wurde. Diese hatte mich mit Eigenblut und Irislesen gefoltert und mir zum Schluß noch Bachblüten verabreicht….was tut man nicht alles in der Not. Natürlich hat nichts davon funktioniert und ich stand da, wo ich angefangen habe.

April-Dezember 2008

In dieser Zeit ging es mit mir rapide bergab. Somit suchte ich so einige andere Ärzte auf. Mehrere Internisten und zwei Notaufnahmen im Krankenhaus mussten mich “ertragen”. Jedesmal hieß es nur:”Sie haben nix. Sie sind vielleicht etwas überabeitet.” Hätte ich ihnen bloß nicht erzählt das ich selbsständig bin. Da braucht es keine Glaskugel, um zu wissen das man viel arbeitet. Die beste Aussage eines Arztes hier bei mir in Aachen war:”Legen Sie sich ein, zwei Tage ins Bett und trinken Sie viel Tee, dann wird das schon werden.” Dabei stand ich kreidebleich vor ihm und war kurz davor in Ohnmacht zu fallen, so schwindelig war mir. Und da ich privatversichert bin, stand am Ausgang schon die Arzthelferin mit meiner Rechnung von über knapp 200 EUR. Unfassbar !

Auch als ich mit Herzrasen und der daraus resultierenden Panik die Notaufnahme des Klinikums in Aachen aufgesucht habe, ging es ähnlich weiter. Nachdem man mich über zwei Stunden hat warten lassen, bis sich überhaupt jemand mir annehmen wollte, wurde natürlich auch nichts festgestellt und man war quasi schon sauer, das ich ihre wertvolle Zeit verplemperte. Dieses Haus ist sowieso eine Geschichte für sich, aber dazu später mehr.

So schleppte ich mich von Arzt zu Arzt und nichts kam bei raus. Ein Arzt kam auf die Idee mich in die Röhre zu schicken und eine Computertomographie zu machen, da es seiner Meinung auch sein könnte, das ich vielleicht einen Tumor oder ähnliches im Kopf hätte. Na Prost Mahlzeit…das wollte ich hören.
Und das Schöne an der ganzen Geschichte ist, das, laut Arzt, die nächsten Termine im Röntgenzentrum erst in ca. 8 bis 10 Wochen frei waren. Somit genug Zeit um sich mit dem Tumor-Gedanken den Kopf zu zerbrechen und absolut schlaflose Nächte zu verbringen.
Nachdem ich dort angerufen habe um einen Termin zu vereinbaren, wurde mir ein Termin in 8 Wochen angeboten und nach meiner Versicherung gefragt. Als sich für die Dame am Telefon herausstellte das ich privatversichert bin, wurde auf einmal ein Termin in sechs Tagen frei.
Ich denke hier ist kein Kommentar nötig.

Nichts desto trotz hatte ich sechs harte Tage vor mir, in denen das Wort “Tumor” rund um die Uhr präsent war. Glücklicherweise ist die Tomographie gut ausgefallen und die Tumor-Geschichte hatte sich nicht bestätigt.

Somit machte ich mich weiterhin auf den Weg alle denkbaren Ärzte aufzusuchen, in der Hoffnung auf jemanden zu stoßen, der mir nun endlich helfen konnte.

Dezember 2008 – ein wichtiger Monat

Nachdem ich viel im Internet recherchiert habe, stieß ich zwangsläufig immer wieder auf das Thema “Schilddrüse” und die Frau, die mir zumindest eine Diagnose stellen konnte. Eine Endokrinologin in Aachen. Sie hörte sich meine Symptome an und untersuchte mich anschließend. Im Ultraschall war eine etwas verkleinerte Schilddrüse zu sehen, aber in ihren Augen zunächst nichts massiv auffälliges. Somit wurde erstmal massig Blut abgezapft und ich sollte doch die Blutergebnisse abwarten. Nach knapp einer Woche war es dann soweit.

Die freien Schilddrüsenwerte Ft3, Ft4 und der TSH lagen im Normbereich.

  • FT3 (2.0-4.4) – 3.54 >>> 64,17%
  • FT4 (0.9-1.7) – 1.07 >>> 21,25%
  • TSH (0.27-4.20) – 1.91

Auf den ersten Blick ein unauffälliges Bild, obwohl man sieht, das der FT4 langsam aber sicher abgetaucht ist. Aber zu dem Zeitpunkt wusste ich überhaupt nichts davon, wie man Blutwerte interpretiert und erst recht nicht, das eine Umrechnung in Prozent, die Sache besser sichtbar macht.

Aber die Human-Thyreoglobin-Ak (TAK) waren stark erhöht. Der Normbereich geht bis 115 lU/ml und ich hatte 3689 lU/ml !!! Zudem waren auch die Anti-Thyeorid-Peroxydase (MAK) deutlich erhöht und lagen bei 80 lU/ml. Der Normbereich hierfür liegt bei <34.
Somit stand die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis.

Ich war zunächst sichtlich erleichtert, das etwas gefunden wurde und das Kind zumindest einen Namen hat. Und als die Ärztin mir dann noch sagte, das das kein Beinbruch wäre und es mir in wenigen Wochen mit der richtigen Hormoneinstellung wieder ganz normal gehen würde, ging es mir direkt besser. Aber leider lief es nicht so wie angekündigt und das die Dame auch nicht so kompetent war, wie es zunächst schien, kann man leider in den nächsten Passagen nachlesen.

Aber es gab da noch ein wichtiges Ereignis in diesem Monat. Am 24.12.2008 wurde ich Vater einer wunderschönen und gesunden!!! Tochter. [weiterlesen]

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