Wie Intervallfasten bei Hashimoto-Thyreoiditis helfen kann

Tägliche Essenspausen im Rahmen vom Intervallfasten sind einfach in der Umsetzung und sehr gesund. Vor allem auch Betroffene von Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis können dadurch extrem profitieren.

Denn Intervallfasten fördert die Darmgesundheit, kurbelt die gesunde Verdauung ordentlich an, stärkt das Immunsystem und hilft gegen Entzündungen – Somit setzt das intermittierende Fasten damit genau an den „Schwachstellen“ von Autoimmunerkrankungen an.

Was Intervallfasten ist und wie es genau bei Autoimmunerkrankungen helfen kann, dazu mehr in diesem Artikel.

Was ist Intervallfasten / Intermittierendes Fasten?

Beim Intervallfasten geht es um den regelmäßigen Wechsel zwischen Fastenphasen und Essensphasen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Fastenkuren dauern die Fastenphasen beim Intervallfasten nur wenige Stunden und werden durch regelmäßige Essensphasen unterbrochen. Daher spricht man auch von Kurzzeitfasten oder intermittierendem Fasten.

Während der Fastenphase verzichtet man auf die Zufuhr von Kalorien, während der Essensphase kann man hingegen wie gewohnt weiter essen. Das erfordert keine besonderen Maßnahmen, spart Zeit und bringt den Verdauungsorganen eine Pause.

Dadurch wird sehr viel Energie freigesetzt, die unser Körper dann nutzen kann für die Reinigung und Erneuerung seiner Zellen, Gewebe und Organe sowie die Stärkung der Selbstheilungskräfte.

Beim Intervallfasten gibt es verschiedene Formen und Variationen, die sich in erster Linie durch die Dauer und den Rhythmus der Fastenphasen und Essensfenster unterscheiden.

Beim Intervallfasten IF 16/8, der klassischen Variante des intermittierenden Fastens, wird tagsüber 8 Stunden gegessen und dann 16 Stunden gefastet. Der Großteil der Fastenphase findet dabei im Schlaf statt. Das ist für die meisten Menschen gut zu schaffen und gut in den Alltag zu integrieren.

Eine ausführliche Vorstellung über die verschiedenen Intervallfasten-Methoden (5:2-Diät, die 10in2-Methode, Warrior-Diät, One-Meal-A-Day, EatStopEat usw.) finden Sie unter folgendem Link:
Welche Formen des Intervallfastens gibt es?

Was bewirkt Intervallfasten im Körper?

Intervallfasten ist gesund beugt häufigen Zivilisationserkrankungen vor und hilft beim Abnehmen. Tägliche Essenspausen sind mindestens genauso wichtig, wie die richtige Auswahl von Lebensmitteln. Die Phasen ohne Nahrung schenken unserem Körper zudem eine wichtige Auszeit vom Verdauen.

Durch die täglichen Essenspausen hat der Körper Zeit aufzuräumen. In unseren Zellen sammeln sich ständig überflüssige Stoffwechselendprodukte an, sogenannter Zellabfall. Der Körper hat dazu ein eigenes Recyclingprogramm, die Autophagie. Der Zellmüll wird wieder verwertet oder ausgeschieden. Das funktioniert besonders gut während der entsprechenden Essenspause.

Regelmäßige Fastenphasen bewirken, dass Blutfett- und Blutzuckerwerte sinken, Blutdruck und Insulinsensitivität sich verbessern. Die Verdauungsorgane werden entlastet, die Darmflora kann sich regenerieren, das Immunsystem wird gestärkt und das Risiko für chronische Entzündungen geht deutlich zurück. Die meisten Menschen nehmen dabei auch noch ab. Das macht Intervallfasten so gesund und interessant!


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Die 3 Vorteile von Intervallfasten bei Autoimmunerkrankungen inklusive Hashimoto-Thyreoiditis

Für alle, die unter einer Autoimmunerkrankung wie z.B. der Hashimoto-Thyreoiditis leiden, ist das Intervallfasten aus folgenden Gründen ganz besonders interessant:

  1. Intervallfasten fördert das Immunsystem ganz allgemein
  2. Intervallfasten stärkt die Darmgesundheit und damit ebenfalls das Immunsystem
  3. Intervallfasten lindert Entzündungen

1. Intervallfasten fördert das Immunsystem ganz allgemein

Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem irrtümlicherweise körpereigene Zellen oder Gewebe an. Bei Hashimoto-Thyreoiditis beispielsweise wird die Schilddrüse attackiert. Eine Stärkung des Immunsystems ist hier also entscheidend.

Die regelmäßigen Fastenphasen beim Intervallfasten stärken und fördern das Immunsystem, indem sie die Produktion von Stammzellen anregen. Zunächst sinkt die Anzahl der weißen Blutkörperchen beim Fasten, um dann nach Beendigung der Fastenphase wieder anzusteigen.

Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass beim Fasten alte und beschädigte Immunzellen abgetötet und die Stammzellen stimuliert werden, neue gesunde Zellen zu bilden.

Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass regelmäßiges Fasten zum Aufbau eines vollständig neuen Immunsystems führen kann, was gerade für Betroffene von Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis sehr hilfreich sein kann.

2. Intervallfasten stärkt das Immunsystem durch Förderung der Darmgesundheit

Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Rund zwei Drittel aller Immunzellen sitzen im Darm. Zu häufiges Essen und zu wenig Zeit für Reinigung und Regeneration sind Gift für die Darmgesundheit und schwächen damit auch das Immunsystem.

Wenn wir ständig essen und der Darm zu wenig Auszeit vom Verdauen hat, sammeln sich unverdaute Nahrungsreste an, die die Ausbreitung von Fäulnisbakterien im Darm begünstigen. Gleichzeitig werden die guten Bakterienarten verdrängt.

Durch das Einhalten der Essenspausen beim Intervallfasten ist eine gesunde Darmflora überhaupt erst möglich, was sich äußerst günstig auf das Immunsystem auswirkt.

Zudem gewinnt der Körper beim Intervallfasten seine Energie vermehrt aus Ketonkörpern und freien Fettsäuren. Eine bestimmte Art dieser Ketonkörper, die Beta-Hydroxybuttersäure, stärkt ebenfalls die Darmflora.

Intervallfasten ist damit das wohl effektivste Probiotikum für den Aufbau einer gesunden Darmflora und damit eine essentielle Unterstützung für das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Auch einem Leaky Gut beugt die gesunde Darmflora vor, was ja ebenfalls oft mit einer Autoimmunerkrankung in Verbindung gebracht wird.

3. Intervallfasten gegen Entzündungen

Anders als akute Entzündungen, die Heilungsprozesse im Körper einleiten und damit nicht perse schlecht sind, sind chronische und oft unterschwellige Entzündungsprozesse gefährlich. Sie schwächen unsere Gesundheit und rauben unsere Lebensenergie.

Häufig gehen Autoimmunerkrankungen einher mit chronischen Entzündungen. So führt beispielsweise die Zerstörung der Schilddrüsenzellen bei Hashimoto-Thyreoiditis zu einer anhaltenden Entzündung der Schilddrüse, was sich negativ auf ihre Funktion auswirkt.

Im Laufe der Zeit kommt es bei Hashimoto zu einer Schilddrüsenunterfunktion und es werden zu wenig Schilddrüsenhormone hergestellt (= Mangel an Schilddrüsen-Hormonen).

Die Essenspausen beim Intervallfasten sorgen dafür, dass Entzündungen auf natürliche Weise abklingen können. Es werden körpereigene Regenerationsmechanismen stimuliert, wodurch Entzündungsmarker wie CRP (= Eiweiß C-reaktives Protein) in den Normalbereich sinken. Das kann mittels einer Blutuntersuchung festgestellt werden.



Fazit

Intervallfasten kann helfen bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis

Intervallfasten fördert die Darmgesundheit, reduziert Entzündungen und stärkt die Neubildung von Stammzellen, die das Immunsystem stärken – es setzt also genau an den Ursachen für Autoimmunerkrankungen an.

Zudem ist das Einhalten von täglichen Essenspausen keine Hexerei. Fast jeder kann 14 oder 16 Stunden am Tag fasten und damit seine Gesundheit unterstützen.

Quellenangaben
Bildquellen:
  • Titelbild: © vetre – stock.adobe.com
Textquellen:
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24905167
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18772897
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17374948
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23244540

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