Inhaltsverzeichnis:

1. Candida Albicans

2. Diagnose & Therapie

Pilze gehören zu einer gesunden Darmflora und konkurrieren mit Bakterien um das Gleichgewicht und die Mengenverteilung im Darm. Normalerweise werden Pilze durch gute Darmbakterien in Schach gehalten, aber dennoch kann es passieren, das die Balance aus dem Ruder gerät und die Pilze überhand nehmen.

Ist dies der Fall, entstehen zwei große Probleme. Zum Einen produziert der Pilz Toxine und Antigene, die den Organismus und vor allem die Leber stark belasten. Zum Anderen werden die guten Darmbakterien verdrängt, die ein wichtiger Bestandteil der Verdauung, Nährstoffaufnahme, Vitamin- und Enzymbildung sowie des Immunsystems sind.

Der Candida Albicans ist ein Hefepilz, der sich vornehmlich von Zucker und Hefe ernährt. Laut aktuellen Studien konnte dieser Pilz bei mehr als 75% aller darauf untersuchten Patienten nachgewiesen werden. Der Hauptgrund dafür liegt in der Ernährung, denn unsere westliche Ernährungsweise ist komplett auf eine Verpilzung des Darmes ausgelegt. Denn wer ernährt sich heute noch so wie er das eigentlich sollte, um gesund zu bleiben und um dem Körper all das zu liefern, was er braucht ? Sicherlich nur die Wenigsten !

Ist die Darmflora vollständig Intakt, ruft der Candida-Pilz keinerlei Probleme und Symptome hervor. Liegt jedoch ein geschwächtes Immunsystem vor, breitet sich der Pilz rapide aus und besiedelt den Darm. Unter günstigen Bedingungen und einer übermäßigen Zuckerzufuhr, verdoppelt sich die Anzahl der Candida-Pilze im Darm innerhalb von 20 Minuten !

Daraufhin kommt es zur Überbevölkerung (Candidose) der Pilze im Darm und die ersten Symptome tauchen auf. Je länger die Diagnose Candida ausbleibt und der behandelnde Arzt keine entsprechende Therapie einleitet, umso mehr Schaden wird im Darm angerichtet, die Palette an Symptomen wächst kontinuierlich und die Darmschleimhaut wird stark in Mitleidenschaft gezogen. Leaky-Gut, Nahrungsmittelintoleranzen, Anämien, Vitaminmangel und vieles mehr steht dann auf der Tagesordnung.

Da der Candida sich nicht nur im Darm aufhält, kann es auch zu einer systemischen Candidose kommen. Dies bedeutet, das der Pilz durch den Blutkreislauf verschiedene Organe befallen kann und somit die Problematik noch einmal deutlich an Fahrt aufnimmt. Sobald sich der Candidapilz im Darm und Körper ausgebreitet hat, wird das Immunsystem massiv beansprucht und meistens auch überlastet. Dann wird der Körper schnell anfällig für alle denkbaren Infektionen und reagiert auch allergisch im Bezug auf viele Nahrungsmittelbestandteile, Duftstoffe und vieles mehr.

Aufgrund der Tatsache, das der Candidapilz versucht sich großflächig im Darm anzusiedeln, wird die Aufnahme der Nährstoffe im Dünndarm stark reduziert, wodurch es zu diversen Mangelerscheinungen und Anämien kommen kann. Diese Mangelerscheinungen kommen auf Dauer natürlich auch mit eigenen Symptomen und Problemen daher. Das fatale ist aber, das der Patient meist schon sehr lange mit dem Candidapilz lebt und sich im Laufe der Zeit bereits an solche Symptome wie Müdigkeit, Allergien, Kopfschmerzen und wiederkehrenden Erkältungen gewöhnt hat und diese nicht mit einer Hefepilzinfektion in Verbindung bringt.

Ursachen für eine Candida-Infektion

Es gibt viele Gründe für die Ausbreitung von Candida Albicans. Die Wichtigsten wären eine langanhaltende Cortisoneinnahme, zu häufige Antibiotikagaben, ein schwaches Immunsystem, Stress und vor allem die Ernährung.

Der Candida-Pilz kann sich uneingeschränkt vermehren, wenn eine regelmäßige Nahrungszufuhr gewährleistet ist. Diese Nahrungszufuhr hat der Pilz am liebsten in Form von schnellen Kohlenhydraten aus weißem Mehl und Zucker. Zudem ernährt sich der Pilz auch gerne von Zink und Kalzium, sodass bei einem Mangel dieser Nährstoffe immer auch an eine Candidainfektion gedacht werden sollte, auch wenn zunächst keine äußerlich sichtbaren Symptome auf Candida hinweisen.

Um zu überleben und sich weiter auszubreiten, nistet sich der Pilz direkt im Dünndarm ein, da dort natürlich ausreichend Nahrung bereitsteht. Somit greift der Pilz die Nahrung und die Nährstoff bereits dann ab, bevor der Mensch überhaupt die Möglichkeit bekommt, die lebenswichtigen Nährstoffe aufzunehmen. Dadurch wird der Körper auf lange Sicht immer weiter geschwächt, das Immunsystem kann seine Arbeit nicht mehr zuverlässig verrichten und der Pilz kann sich somit immer weiter ausbreiten.

In Folge dessen entstehen immer mehr Symptome wie z.B. Blähbauch, verändertes Stuhlverhalten, Infektanfälligkeit, Müdigkeit und Schwäche. Im weiteren Verlauf, einer unbehandelten Candidose kann sich die Situation schnell zuspitzen, da der Pilz auch andere Organe befallen und somit zu einer ernsthaften Gefährdung werden kann.

Nicht zu vernachlässigen ist die Tatsache das der Candidapilz, den aus der Nahrung gewonnenen Zucker (Glukose), durch Fermentation zu Fuselalkoholen umwandelt und damit den Darm stark reizt und zusätzlich die Leber belastet. Somit liegt es Nah, auch bei erhöhten Leberwerten, die nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum entstanden sind, an eine Candidainfektion zu denken.

Symptome und mögliche Folgeerkrankungen

  • starkes Verlangen nach Süßigkeiten und Kohlenhydraten
  • Müdigkeit und Schwäche
  • schnell gereizt sein
  • Durchfall / Verstopfung
  • Oberbauchbeschwerden
  • Blähungen / aufgetriebener Bauch
  • Reflux und Sodbrennen
  • Reizdarm und Reizmagen
  • Gelenkschmerzen / Muskelschmerzen / rheumatische Erscheinungen
  • Nahrungsmittelintoleranzen
  • Darmentzündungen
  • Leaky-Gut (durchlässige Darmschleimhaut)
  • Nebennierenschwäche
  • Vitaminmangel / Anämien
  • Angstzustände und Depressionen
  • Juckreiz und Hautausschlag
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit
  • Sehstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Pulsschwäche

Candida führt häufig zu Leaky-Gut

Bei Erkrankungen wie dem Leaky-Gut und vor allem der Nebennierenschwäche spielt der Candida-Pilz eine größere Rolle, als den meisten Patienten und Ärzten bewusst ist.

Bei einem Leaky-Gut ist die Darmschleimhaut stark gestört und löchrig, so das Nahrungsbestandteile oder Keime ungefiltert in die Blutbahn gelangen können. Diese Schädigung der Schleimhaut kann verschiedene Ursachen haben, dazu zählen eine falsche Ernährungsweise, zu viel Zucker, zu viel Weizen, zu viel Gluten -- aber auch der wurzelbildende Candida ist häufig für den Leaky-Gut verantwortlich.

Bei einer systemischen Candidainfektion bildet der Pilz feine Wurzeln, die sich im Laufe der Zeit durch den Verdauungstrakt bohren. Mit diesen feinen Wurzeln begibt sich der Pilz auf die Suche nach weiter entfernten Zuckerquellen im Blut oder in anderen Organen. Durch die in der Darmwand entstandenen, kleinen Löcher gelangen nun die noch nicht vollständig zerlegten Nahrungsbestandteile ins Blut. Das Immunsystem reagiert darauf wie bei jedem Fremdkörper im Blut, indem es mit den Immunzellen angreift und anschließend Antikörper dagegen bildet, falls diese Nahrungsbestandteile erneut auftauchen.

Und schon entsteht eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Autoimmunkrankheiten.

Candida und die Nebennierenschwäche

Die systemische Infektion mit Candida führt auch sehr häufig eine starke Nebennierenmüdigkeit herbei. Die Ursache für die sogenannte Nebennierenschwäche ist der anhaltende Stress im Körper, der die Nebennieren an ihre Belastungsgrenze bringt und welcher durch folgende Faktoren verursacht wird:

  • Allergische Reaktionen aufgrund von Leaky-Gut
  • Große Mengen an Toxinen die vom Candidapilz produziert werden und die Leber belasten
  • Ständige Wundbildung im Darm, die durch die Rückbildung der Candidawurzeln entsteht
  • Schwaches Immunsystem welches auch anderen Infektionen die Türen öffnet und den Körper noch weiter schwächt

Lesen Sie mehr zum Thema: Die Diagnose und Therapie einer Candidose


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