Hashimoto-Tagebuch Teil 6: Viel Sport, ein Ärztemarathon sondergleichen und viele Aufenthalte in der Notaufnahme

Viel Sport und ein immer schlechteres Befinden

Das Jahr 2013 war gesundheitlich gesehen ein sehr schwieriges Jahr für mich, welches zum Jahresende seinen Höhepunkt erreichen sollte.

Da ich über mehrere Wochen der Depyrrol-Einnahme keine signifikante Verbesserung meiner Symptome verzeichnen konnte, habe ich meine weiteren Recherchen zum Thema HPU/KPU eingestellt und mich um meine anderen Baustellen gekümmert.

Das ganze Jahr über habe ich mit den Schilddrüsenhormonen hin und her experimentiert, bin aber diesbezüglich nicht unbedingt auf einen grünen Zweig gekommen.

Ich habe mein Euthyrox sogar bis auf 225µg gesteigert, allerdings ohne großen bzw. anhaltenden Erfolg. Nach der Steigerung ging es mir immer viel besser, aber nach 2-3 Wochen wurde ich immer müder und kaputter.

In dieser Zeit habe ich viel Sport gemacht, obwohl ich eigentlich gar keine Kraft dazu hatte, aber irgendwie ging es mir damit besser und auch das Gewicht wollte ich reduzieren.

Zunächst habe ich mit dem Rennradfahren angefangen und konnte bereits nach ein paar Wochen 50-60km in recht guten Zeiten absolvieren, nahm dabei aber immer mehr zu und mein Körperfettanteil stieg auch rapide an, was natürlich sehr unverständlich war. Den Grund dafür konnte ich aber nicht rausfinden. Im August habe ich zudem mit dem Laufen begonnen.

Obwohl ich vom Radfahren her eigentlich keine schlechte Kondition hatte, habe ich beim Joggen keine 800 Meter geschafft. Aber da ich in solchen Dingen ein Beißer bin, habe ich es innerhalb weniger Wochen soweit geschafft, dass ich knappe 10km am Stück durchlaufen konnte. Das Befinden allerdings, wurde immer schlechter.

Ein neuer Ansatz und die Hoffnung auf Besserung meines Befindens

Zur Mitte des Jahres habe ich einen ambitionierten User in meinem Hashimoto-Forum kennengelernt, mit dessen Hilfe wir ein einige Experimente gemacht haben. Dabei ging es darum den Hormonverbrauch zu berechnen und verschiedene Splitting-Varianten der Hormone mit mehreren Leuten auszuprobieren und in meinem Forum öffentlich zu dokumentieren.

Nach vielen verschiedenen Kombinationen, habe ich auch eine Kombination gefunden, die ganz gut funktionierte. Morgens 50µg Euthyrox + 2,5µg Thybon – mittags 5µg Thybon und abends nochmal 50µg Euthyrox + 2,5µg Thybon.

Ich war fasziniert, es ging gesundheitlich bergauf und ich dachte wir hätten den Schlüssel zum Wohlbefinden mit der Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis gefunden. Als Grundeinstellung fühlte sich die Dosierung gut an, aber leider begann mein Zustand wieder zu schwanken und vieles wurde wieder schlechter.

So langsam wurde mir immer klarer, dass die Schilddrüse anscheinend wirklich nicht allein an meinen massiven Problemen Schuld hatte, aber außer der Nebennierenschwäche und dem HPU/KPU-Ansatz, tappte ich weiterhin im Dunkeln.

Mein Zustand wurde plötzlich immer ernster!

Zum Ende des Jahres passierte etwas sehr merkwürdiges. Nach einem Infekt erholte ich mich nicht richtig und hatte plötzlich Probleme mit der Atmung. Diese war etwas schwergängig und anstrengend. Es ist schwer zu erklären, aber es war so als ob nur das halbe Lungenvolumen zur Verfügung stünde.

Schlechtes Befinden durch Hashimoto-Thyreoiditis
Schlechtes Befinden durch Hashimoto-Thyreoiditis
© Srdjan – Fotolia.com

Zwischendurch habe ich auch sehr merkwürdige Kreislaufbeschwerden und einen sehr niedrigen Puls von um die 40-45 Schläge/Minute bekommen.

Zudem kamen sehr starke Verdauungsbeschwerden und ein dicker Blähbauch.

Auch konnte ich plötzlich auch nahezu keine Nahrungsmittel mehr vertragen, ohne massivste Probleme zu bekommen.

Egal was ich gegessen habe, es stellte sich innerhalb von 30 Minuten eine Reaktion ein und diese hatte mich sprichwörtlich umgehauen. Die Symptome waren immer ein starker Pulsabfall auf bis zu 40 Schläge/Minute und mir wurde schlagartig so kalt, dass ich selbst mit Jogginganzug und zwei Decken im Bett gezittert habe.

Mir wurde schwindelig, ich konnte nicht scharf sehen und hatte große Probleme beim fokussieren von Dingen. Dazu kam eine unfassbare Müdigkeit und Schwäche nach jedem Essen…egal was es war. Zudem hatte sich mittlerweile eine Verstopfung eingestellt, die mit Worten kaum zu beschreiben ist.

Selbst Abführmittel funktionierten kaum noch. Auch stimmte mit dem Stuhl was nicht. Dieser wurde zwischendurch immer heller und heller, sodass er teilweise fast weiß war! Das hatte mir alles wirklich große Sorgen gemacht. Vor allem weil auch Nahrungsmitteltechnisch nichts greifbar war. Ich konnte doch nicht auf einmal Probleme mit Histamin, Laktose, Fruktose, Kohlenhydraten und eigentlich allem haben.

Der Verdacht auf einen Schlaganfall hatte sich nicht bestätigt

5 Tage nach der Geburt unserer zweiten Tochter machten mir die Atemprobleme immer mehr zu schaffen. Mir wurde schlagartig schummrig im Kopf, die Atmung wurde noch schwieriger. Es war so, als ob gerade etwas wirklich Ernstes passiert war und mein letztes Stündlein geschlagen würde.

Ich konnte mich teilweise über eine Woche lang nicht von der Couch runter bewegen, da mir dermaßen schwindelig war und ich kaum atmen konnte. Irgendwann dachte ich, ich hätte vielleicht einen Schlaganfall erlitten oder ähnliches…was sich glücklicherweise nicht bestätigte.

Von hier an war ich Dauergast in der Notaufnahme und wurde von oben bis unten durchgecheckt, aber es war schulmedizinisch nichts zu finden. Es war wirklich schlimm, das mir wirklich niemand helfen konnte. Dieses Gefühl ist schwer in Worte zu fassen.

Von hier an begann die lange Ärzteodyssee erneut

Das größte Problem zu dieser Zeit war, dass meine Frau mit dem 5 Tage alten Säugling das Geschäft weiterhin führen musste, während ich im Krankenhaus lag. Diese Situation hat mich fast umgebracht und  ließ mir keine ruhige Minute.

Aus dieser Situation heraus habe ich mich dazu entschieden, dass wenn ich das hier überleben sollte, ich mein Geschäft nach fast 10 Jahren, in der aktuellen Form aufgeben würde und mir etwas einfallen lassen müsste. Aber dazu später mehr. Ab sofort hieß es wiedermal, täglich von Arzt zu Arzt zu rennen, in der Hoffnung, dass etwas gefunden wird, was man wieder in Ordnung bringen kann.

Da mir die Atemnot richtige Sorgen machte, wurde dort erstmal angesetzt. Mein Hausarzt hatte mir zunächst ein Asthma Spray verschrieben, um zu sehen ob es damit besser wird. Damit wurde es aber eher noch schlimmer, also weg damit. Danach hat er mir ein Cortisonpulver verschrieben. Einfach so…ohne irgendwelche Voruntersuchungen, Rachenabstrich oder ähnliches.

Rückblickend realisiere ich erst, wie fahrlässig da alles gelaufen ist, aber damals war ich froh, wenn überhaupt etwas versucht wurde. Aber auch das half nicht und machte die Probleme eigentlich noch schlimmer.


Verdauungsprobleme, niedriger Puls…was war nur los mit mir?

So ging es erst einmal zum Röntgen der Lunge, um eine versteckte Lungenentzündung oder ähnliches auszuschließen. Aber auch hier war alles ohne Befund. Also musste ich erst einmal mit meinen Beschwerden weiterleben bzw. versuchen zu überleben, denn mein Befinden verschlechterte weiterhin.

Der Puls sank in Bereiche die erschreckend waren, mein Leistungsniveau war gleich null, die Verstopfung immer schlimmer und mein Stuhl wurde immer heller und heller. Parallel dazu litt ich unter massivstem Schwindel, Watte im Kopf und starker Müdigkeit. Zu guter letzt überfiel mich immer wieder eine starke Übelkeit, die teilweise bis zu 2 Stunden anhielt und dann plötzlich wieder verschwand.

Diesmal wurde ich zur Abklärung stationär aufgenommen

Zwischendurch wurde mein Zustand wieder so bedrohlich, dass ich wieder in der Notaufnahme meines Stammkrankenhauses landete, wo ich in den letzten Jahren bereits meinen Blinddarm, meine Schilddrüse und einen Nierenstein gelassen habe.

Stationärer Krankenhausaufenthalt wegen Hashimoto-Thyreoiditis
Stationärer Krankenhausaufenthalt wegen Hashimoto-Thyreoiditis
© marog-pixcells – Fotolia.com

Dort wurde wieder Blut abgenommen, abgehört, abgetastet und die üblichen Tests gemacht….ohne Befund natürlich.

Allerdings bot mir die Ärztin an mich stationär aufzunehmen, damit ich in den kommenden Tagen auf den Kopf gestellt werden konnte.

Dies nahm ich in dieser Situation gerne an. Am nächsten morgen ging es dann los….Sputumprobe, Urinprobe, Stuhlprobe, Blutabnahme, erneutes Röntgen der Lunge, EKG und so weiter.

Die Ergebnisse ließen auf sich warten, aber kamen dann am zweiten Tag. Allerdings waren es nur die Blutwerte und ein paar Werte aus dem Urin. Auf meine Nachfrage was den mit dem Sputum war, was für mich sehr wichtig war, da die Probleme ja nach einem Infekt auftraten und ich Bakterien oder sonstiges vermutet hatte, bekam ich erstmal nur ein Schulterzucken.

Später stellte sich heraus, dass die Stuhl- und Speichelprobe entsorgt wurden, da der Chefarzt die Anordnung der Oberärztin für unnötig erachtet hatte und der Meinung war, dass die angeforderten Untersuchungen nicht notwendig wären. Da fehlten mir einfach nur die Worte!

Dafür verfluche ich es privat versichert zu sein. Um von diesen neunmalklugen Professoren behandelt zu werden, die nichts besseres zu tun, haben als sich vor Ihren Mitarbeitern zu profilieren zu müssen und irgendwelche Machtspielchen auf Kosten der Patienten auszutragen.

Während dessen ging es mir weiterhin immer schlechter. Ich bin im Krankenhaus jeden Morgen mit sehr starker Übelkeit aufgewacht, saß ca. 1 1/2 Stunden auf der Bettkante und war kurz davor zu erbrechen. Aber die Ärzte interessiert das alles herzlich wenig und wurde schlicht und ergreifend einfach ignoriert.

Der schlimmste Krankenhausaufenthalt aller Zeiten!

Damit es nicht so langweilig werden sollte, ist in der dritten Nacht des Krankenhausaufenthaltes auch noch abends mein Bettnachbar neben mir im Bett verstorben. Der Anblick war grausam und die total unkoordinierten Versuche den Mann wiederzubeleben und ihm zu helfen, waren einfach stümperhaft und total unprofessionell.

Schlimmer Krankenhausaufenthalt mit Hashimoto-Thyreoiditis
Schlimmer Krankenhausaufenthalt mit Hashimoto-Thyreoiditis
© Gina Sanders – Fotolia.com

Über Ärzte und Krankenhäuser könnte ich mittlerweile ein Buch schreiben. Es wäre vermutlich ein absoluter Bestseller!

Jedenfalls gab es für mich keinen Grund weiterhin im Krankenhaus zu bleiben und somit wurde ich in diesem miserablen Zustand quasi vor die Tür gesetzt. Mit dem Verweis auf eine verschleppte Infektion, die sich innerhalb der kommenden Wochen und Monate bessern sollte.

Nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte, war ich so schwach, dass ich mich erstmal eine gute Stunde draußen auf den Bordstein setzte, um ein bisschen Energie zu finden, um überhaupt nach Hause fahren zu können.

In diesem Moment wurde mir erst so richtig bewusst, dass ich im Grunde verloren hatte und mir vermutlich niemand helfen konnte.

Hätte ich einen riesigen Tumor oder ein gebrochenes Bein, dann wäre ich im Krankenhaus vermutlich an der richtigen Adresse, aber meine Beschwerden waren für die Ärzte ein Buch mit sieben Siegeln, wobei man im Bezug auf meinen sehr auffälligen Verdauungstrakt bestimmt deutlich mehr hätte machen können.

Da mich der Gedanke an die Infektion, nach der meine aktuelle Problematik erst so richtig begann, nicht losgelassen hatte, habe ich meinen Endo und auch den Hausarzt darauf angesetzt nach Viren und Bakterien im Blut zu suchen.

Es wurden Seitenweise Blutwerte gemacht und bereits hier zeichnete sich ab, dass ich auf dem Weg in eine Anämie war. Leider kannte ich mich zu dem Zeitpunkt noch nicht richtig mit diesen Blutwerten aus, zudem war ich sehr auf die Viren und Bakterien fixiert.

Auch der Lungenfacharzt hält nicht das was er verspricht

Nachdem die Blutwerte eingetroffen waren fiel lediglich auf, das meine Leberwerte weiterhin erhöht waren und zudem die Yersinien- und Clamydien Pneumoniae-Werte waren leicht erhöht waren.

Lungenfacharzt: Yersinien- und Clamydien Pneumoniae
Waren es Yersinien- und Clamydien Pneumoniae die mir das Leben schwer machten ? | © Gina Sanders – Fotolia.com

Da die Clamydien in der Lunge ihr Unwesen treiben, dachte ich die Ursache für meine Atembeschwerden gefunden zu haben, weshalb ich auch direkt einen Termin bei einem Lungenfachmann aus, der direkt am Krankenhaus ansässig war.

Dieser Mann kam mir sehr kompetent vor. Er hatte mich zunächst beruhigt und meinte, dass wir das Problem in jedem Fall finden würden. Er veranlasste einige Blutwerte und machte einige Untersuchungen.

Als die Blutwerte einige Tage später eintrafen, stellt sich jedoch heraus, das er von den zuvor besprochenen Werten noch nicht mal die Hälfte veranlasst hatte und mir anschließend noch weniger Werte aushändigte.

Erst als ich nochmals nachfragte und darauf bestand die restlichen Blutwerte zu bekommen, rückte er sie raus…warum auch immer er sie zurückhalten wollte. Auch bei diesem Arzt wurde ich entlassen und hatte wieder keinen konkreten Befund…alles war angeblich ok. Das ich weiterhin die gleichen Probleme mit der Atmung hatte, war im plötzlich egal.

Seine anfänglichen Worte waren Schall und Rauch und zwei Tage später hatte ich eine Labor- und Honorarrechnung von 1600 EUR im Briefkasten !

Ich hoffe man kann hier ein wenig nachvollziehen, weshalb ich mich hier so über Ärzte aufrege. Aber ich kenne keine Berufsgruppe, welches mit solch fahrlässigem, inkompetentem Verhalten so viel Geld verdient, wie viele unserer Halbgötter in Weiß!

Die 300.000 EUR-Marke, die ich seit 2008 bei Ärzten gelassen habe, ist schon lange geknackt und mit mir geht es immer weiter bergab…irgendwie stimmt hier doch was nicht, oder? Mittlerweile hatte ich innerhalb von 2 Monaten 24 Kilo abgenommen, da ich nichts mehr essen konnte und nichts mehr vertragen habe….die Situation war also langsam mehr als ernst.

Stammgast in der Notaufnahme und ein Hinweis in die richtige Richtung        

Zwischendurch wurde meine Lage wieder so akut, dass ich erneut in der Notaufnahme landete….allerdings diesmal bewusst in einem anderen Krankenhaus. Dort traf ich auf einen jungen, spanischen Arzt, der mich in die richtige Richtung lenken sollte.

Hashimoto-Thyreoiditis: Aufenthalt in der Notaufnahme wegen unspezifischer Symptome
Ein weiterer Aufenthalt in der Notaufnahme
© Michael Ayed – Hashimoto-Info.de

Ich wurde zunächst auch erstmal auf den Kopf gestellt und wartete dann einige Stunden in einem engen Raum ohne Fenster auf Ergebnisse der Untersuchungen.

Als der junge Arzt reinkam und mir erzählte, dass alle Untersuchungen sehr gut ausgefallen sind und meine Blutwerte viel besser als seine wären, dachte ich, ich sterbe.

Wieder nichts ! Das konnte doch nicht sein. Ich fühlte mich als würde ich bald das Zeitliche segnen und bin schulmedizinisch aber Kerngesund?

Als wir uns dann nochmals über meine Lage unterhielten, da ich meine Tränen nicht mehr unterdrücken konnte, dachte er nochmal nach und inspizierte nochmal meinen Bauch etwas genauer, da ich ihm dann noch von meiner fast weißen Stuhlfarbe erzählte.

Nach einem Ultraschall vom Bauchraum war er etwas erschrocken und meinte nur, dass er noch nie einen solch aufgeblähten und mit Luft gefüllten Darm gesehen hätte. Ich sollte doch mal bei einem Gastroenterologen vorsprechen. Das Problem würde vermutlich dort zu finden sein. Auf seine Empfehlung hin, habe ich mir direkt beim Gastroenterologen im Haus einen Termin gemacht. Aber leider musste ich als Privatversicherter wieder bei dem Professor der Abteilung vorsprechen.

Diesen interessierten meine Probleme nicht so wirklich, aber er wollte sich das alles einmal anschauen und veranlasste  eine Darmspiegelung sowie eine Magenspiegelung. Endlich wurde der Bereich untersucht, der mir Probleme bescherte.


Der Darm ist wohl mein Hauptproblem

Als ich dann ein paar Tage später mit dem Abführen für die Spiegelung begann, ging es mir direkt besser. Kein Wunder wenn man solch hartnäckige Verstopfungen hat.

Darmbeschwerden bei Hashimoto-Thyreoiditis
Darmbeschwerden bei Hashimoto-Thyreoiditis
© Romario-Ien – Fotolia.com

Bei der Darmspiegelung wurde ein Polyp im Darm entdeckt, der allerdings sehr klein war, direkt entfernt werden konnte und sich im späteren Verlauf als harmlos rausgestellt hatte.

Das Gespräch mit dem Professor sollte erst zwei Tage später sein, aber was zwischenzeitlich passierte war merkwürdig.

Nachdem ich nach der Narkose fitter wurde und mein Bruder mich nach Hause gefahren hatte, ging es mir auf einmal so gut, wie noch nie in den letzten Jahren! Ich war symptomfrei! Ich hatte gute Laune, war Topfit, konnte gut atmen und fühlte mich einfach nur wohl. Allerdings war dieser Zustand bereits am kommenden Tag wieder komplett vorüber. Aber irgendwas musste doch mit dem Darm sein…das konnte doch kein Zufall sein.

Als ich dann beim Professor vorsprach, meinte dieser nur, dass alles gut wäre. Keine Zöliakie, kein Helicobacter pylori und auch sonst nichts….bis auf den Polypen, aber das wäre ja jetzt erledigt. Allerdings wäre in einer Stuhlprobe aufgefallen, dass meine Pankreaselastase sehr niedrig wäre.

Ich habe angeblich keine Nahrungsmittelintoleranzen

Normale Pankreaselastase-Werte gehen ab 200µg/g los und ich hätte nur knappe 100µg/g. Dies  würde bedeuten, dass ich eine Pankreasinsuffizienz habe. Aber das könnte auch ein Messfehler sein, denn bei solch einem jungen Kerl wie mir, wäre das schon sehr ungewöhnlich, dass dieser Wert so niedrig wäre.

Zöliakie - Glutenunverträglichkeit bei Hashimoto-Thyreoiditis
Nahrungsmittelintoleranzen sind typisch bei der Hashimoto-Thyreooiditis | © ferkelraggae – Fotolia.com

Aber es wäre in jedem Fall die Erklärung für meine Darmbeschwerden und vielleicht auch für den hellen Stuhl. Vielleicht ist ja auch nur ein Gallengang verstopft.

Somit sollte ich nochmal eine zweite Stuhlprobe einreichen und gut ist. Aber so einfach wollte ich mich nicht abspeisen lassen und hakte nach, was den vielleicht mit Nahrungsmittelintoleranzen wäre.

Daraufhin ließ er sich genervt dazu herab, auch einen Laktose und Glukose-Atemtest anzuordnen. Zudem sollte noch ein Ultraschall der Gallenwege gemacht werden.

WARUM muss man erst nachhaken, nachfragen, bitten und betteln, bis man überhaupt wahrgenommen und dann auch noch vernünftig untersucht wird???

In dieser Zeit hatte ich eine ganz schlimme Woche bis zum Ultraschalltermin. Ständig schwirrten mir Krebsgedanken durch den Kopf. Was wäre, wenn es wirklich ein Bauchspeicheldrüsentumor ist?

Dafür habe ich Polypen in der Gallenblase und eine Pankreasinsuffizienz

Wiedermal ist mein Leben an mir vorbeigerauscht und ich fühlte mich dermaßen alleingelassen, dass man sich das nicht wirklich vorstellen kann. Der anstehende Laktose-Atemtest ist negativ ausgefallen, allerdings hatte ich während dem 2 Stündigen Test massivste Symptome und bin fast vom Hocker gefallen. Sehr merkwürdig.

Aber dazu später mehr, denn Ende 2014 ist im Bezug dazu etwas Interessantes rausgekommen. Der Glukosetest war natürlich auch negativ, obwohl auch dort ordentliche Symptome vorhanden waren.

Lediglich im Ultraschall wurden eine ganze Menge Polypen in der Galleblase gefunden, aber anscheinend sollte nichts die Gallenwege blockieren und die Galle sollte fließen können. „Kein Grund zur Beunruhigung…einfach alle 6 Monate beobachten und gut ist“, meinte der Arzt.

Die zweite Stuhlprobe bestätigte leider die niedrige Elastase, was für mich bedeutete, dass ich eine Pankreasinsuffizienz hatte. Wieso und was die Ursache dafür sein könnte, konnte mir natürlich niemand sagen. Ich sollte aber zur besseren Fettverdauung die Bauchspeicheldrüsenenzyme Kreon probieren. Was ich auch tat, aber ohne signifikante Verbesserung, weshalb ich dies zum Jahresende absetzte.

Quellenangaben
Bildquellen:
  • Titelbild: © Michael Ayed | Hashimoto-Info.de
  • Ernster Zustand/schlechtes Befinden: © Srdjan | Fotolia.com
  • Stationärer Krankenhausaufenthalt: © marog-pixcells | Fotolia.com
  • Schlimmster Krankenhausaufenthalt – Krankenschwester: © Gina Sanders | Fotolia.com
  • Lungenfacharzt: © Gina Sanders | Fotolia.com
  • Notaufnahme: © Michael Ayed | Hashimoto-Info.de
  • Darmbeschwerden: © Romario-Ien | Fotolia.com
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: © ferkelraggae | Fotolia.com

Michael Ayed

ist seit 2008 selbst von der Hashimoto-Thyreoiditis betroffen und hat seither einen schweren Leidensweg hinter sich gebracht, um 2019 endlich eine deutliche Besserung seines gesundheitlichen Zustandes erfahren zu können. Er betreibt seit mehr als 12 Jahren intensive Recherchen zum Thema Hashimoto-Thyreoiditis und schreibt hier die gesammelten Informationen und Erfahrungen für Laien verständlich nieder.
Michael Ayed
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