Besonders nachdem die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis gestellt wurde, bleibt der Patient häufig mit vielen Fragen zurück. Muss ich jetzt mein Leben lang Tabletten einnehmen ? Wird es mir jemals wieder gut gehen ? Weshalb bin ich überhaupt Krank geworden ? Hier findest du 12 wichtige Tipps mit dem Umgang mit dieser Krankheit, die dir dabei helfen können, wieder gesund zu werden.

1. Im Anfangsstadium kann der Autoimmunprozess noch gestoppt werden

Deutsche Ärzte und Endokrinologen sind zum größten Teil nur auf die symptomatische Behandlung der Hashimoto Thyreoiditis bedacht und gehen den tatsächlichen Ursachen für diese Erkrankung in den meisten Fällen nicht auf den Grund.

In der Regel wird dem Hashimoto-Patienten lediglich ein T4-Präparat wie L-Thyroxin oder Euthyrox verschrieben und dort endet die Behandlung meistens auch schon.

Der Grund dafür ist wohl der veraltete Wissensstand aus der Studienzeit gepaart mit nicht wahrgenommenen Fortbildungen zum Thema. Deshalb ist vielen Ärzten auch nicht bekannt, das der Autoimmunprozess auch mit verschiedenen Mitteln und Maßnahmen gestoppt werden kann oder sich zumindest deutlich verbessern lässt, ohne den Patienten ein Leben lang von Schilddrüsenmedikamenten abhängig zu machen und die Ursachen schlichtweg zu ignorieren.

In Wahrheit lässt sich der Autoimmunprozess aufhalten und im Optimalfall auch umkehren, wenn die Ursachen für die Entstehung erkannt und die Auslöser beseitigt werden. Weitere Infos dazu findest du unter: Ursachen.

2. Repariere deinen Darm und stelle deine Darmfunktion wieder her

Den Darm wieder ins Lot zu bekommen ist das A und O bei allen Autoimmunerkrankungen, denn ca. 60-80% des Immunsystems befinden sich im Mikrobiom des menschlichen Verdauungstraktes. Wird der Darm aufgrund von falschen Lebensmitteln wie Gluten, Milchprodukten Weizenmehl, Zucker oder Schwermetallen undicht (LeakyGut), geraten verschiedene Toxine, Pilze, Viren, Bakterien, Mikroben und Speisereste in den Blutkreislauf und sorgen so für Entzündungen, Nahrungsmittelintoleranzen und überschießende Immunreaktionen. Dies gilt es in jedem Fall zu vermeiden, da ansonsten die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis auf Dauer nicht zum Erfolg führen kann.

3. Finde eine ausgewogene Ernährungsform die für dich funktioniert

Bei einer Hashimoto Thyreoiditis ist es besonders wichtig auf eine gesunde Ernährung zu achten, da bestimmt Lebensmittel Schübe auslösen und dein Befinden verschlechtern können. Die Kunst hierbei ist herauszufinden, welche Nahrungsmittel dir bezüglich deinem Befinden und/oder deiner Verdauung Probleme bereiten. Viele hilfreiche Tipps und Informationen zur Ernährung, verschiedenen Diäten und Speiseplänen findest du unter: Hashimoto und Ernährung.

Falls du dich für eine bestimmte Ernährungsform entscheidest, solltest du dennoch ein Ernährungstagebuch führen um mögliche Problemnahrungsmittel schnell entlarven zu können, denn es kann auch mit der gesündesten Diät Probleme mit einzelnen Zutaten geben.

4. Informiere dich ausführlich zu deiner Erkrankung

Schilddrüsenpatienten werden häufig missverstanden und falsch behandelt. Manche Ärzte werden versuchen dir weißzumachen, das du ein Hypochonder bist und es vermutlich das Beste für dich wäre, Antidepressiva einzunehmen, um deine Psyche zu beruhigen. Dies darfst du in keinem Fall glauben, denn es ist nichts anderes, als die Standardantwort vieler Ärzte, wenn sie keine Antwort auf deine Probleme finden. Höre auf deinen Körper und verlass dich nicht auf jemanden, der nicht weiß wie du dich fühlst und welche Symptome dich plagen.

Nur du kannst dir letztendlich helfen. Informiere dich ausgiebig zu deiner Erkrankung und der Funktionsweise der Schilddrüse, lese Bücher zum Thema Hashimoto-Thyreoiditis, durchforste das Internet und tausche dich mit anderen Betroffenen aus. So kommst du an Informationen, die dir kein Arzt geben kann. Die besten Erfolge im Bezug auf die Behandlung der Hashimoto Thyreoiditis haben Patienten, welche gut informiert und engagiert sind. Versuche die Krankheit und vor allem ihre Ursachen zu verstehen und du wirst schnell wissen, was du ändern musst, damit es dir besser geht.

5. Dokumentiere deine Blutwerte und Symptome

Um deine Schilddrüse und die Hashimoto besser verstehen zu lernen, ist es durchaus sinnvoll deine Symptome und Laborwerte in digitaler oder analoger Form aufzuzeichnen. Auf diese Art und Weise kann man immer übersichtlich nachvollziehen, zu welcher Zeit unter einer Bestimmten Hormondosierung welche Symptome auftraten. Diese Informationen sind für den Patienten sowie für den behandelnden Arzt Gold wert, wenn es um die Behandlung deiner Beschwerden und Symptome geht. Dieses Vorgehen erspart dir viel Zeit bei der Hormoneinstellung.

6. Nimm deine Schilddrüsenmedikamente rechtzeitig, regelmäßig und gewissenhaft ein

Sobald du deine Hashimoto Diagnose bekommen hast, sollte die hormonelle Therapie mit Schilddrüsenhormonen so schnell wie möglich beginnen, um die fehlenden Hormone zu ersetzen und weitere Probleme zu vermeiden. Je länger eine Unterfunktion der Schilddrüse besteht, umso schwieriger bzw. langwieriger ist es, sie wieder in den Griff zu bekommen.

Damit Schilddrüsenhormone auch so wirken können wie sie es auch sollen, sollten einige einfach Dinge beachtet werden:

  • Nimm deine Schilddrüsenhormone auf leeren Magen mit einem Glas Wasser ein. Wenn du deine Hormone splittest oder zur Nachteinnahme tendierst, solltest du darauf achten, dass du midestens 2 Stunden vorher nichts mehr isst, um eine Aufnahme der Hormone nicht zu beeinflussen. Dies gilt für die Einnahme von T4 (L-Thyroxin, Euthyrox etc.). Bei der Einnahme von T3 (Thybon) reichen in der Regel auch 30 Minuten Abstand zur Nahrungsaufnahme.
  • Auch 30-60 Minuten nach Hormoneinnahme solltest du mit dem Essen abwarten, um eine reibungslose Hormonaufnahme zu gewährleisten.
  • Nahrungsergänzungen sollten frühestens zwei Stunden nach Hormoneinnahme eingenommen werden. Besser wären sogar 4 Stunden.

7. Kenne deinen Mineralstoff- und Vitaminhaushalt

Die Schilddrüse benötigt bestimmte Mineralstoffe und Vitamin um ihre Funktion aufrecht erhalten zu können. Häufig ist es so, dass Hashimoto-Patienten eine Mangel an vielen der benötigten Nährstoffe aufweisen. Dazu gehören unter anderem Selen, Zink, Vitamin D3, B-Vitamine, Eisen und Omega 3-Fettsäuren. Diäten, ungesunde Ernährung, ein ausschweifender Lebensstil sowie die geografische Herkunft tragen auch häufig dazu bei, dass der Patient nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist.

Ein gutes Gleichgewicht aller Nährstoffe zueinander gewährleistet nicht nur das die Schilddrüse ausreichend Schilddrüsenhormone produzieren kann, sondern auch das sowohl T4 als auch T3 jeder Zelle des Körpers helfen kann, die für die grundlegenden biologischen Prozesse erforderliche Energie zu nutzen.

In jedem Fall macht es Sinn, sich mit deinem behandelnden Arzt abzusprechen, welche Nahrungsergänzungen in welcher Dosierung Sinn machen. Am besten ist es einen Mineral- und Vitamin-Check im Vollblut vorzunehmen. Auf diese Weise ist man auf der sicheren Seite und kann entsprechende Nahrungsergänzungen gezielt einnehmen.

8. Baue eine vertrauensvolle & respektvolle Beziehung zu deinem Arzt auf

Das wichtigste überhaupt ist, einen guten Arzt zu finden, der längerfristige Erfahrungen mit Schilddrüsenerkrankungen aufweisen kann. Falls dies der Fall ist, ist es sehr wichtig eine ehrliche und respektvolle Beziehung zu ihm aufzubauen, da dich dieser Arzt ab sofort vermutlich eine lange Zeit begleiten wird.

Deshalb ist es umso wichtiger einen Arzt zur Seite zu haben, der dir zuhört und sich deiner annimmt. Versuche deinen Arzt so gut es gut zu unterstützen, indem du ihm Aufzeichnungen deiner Symptome und Beschwerden zur Verfügung stellst und ihm auf diese Weise die Arbeit erleichterst. Zudem verkürzt dies die Zeit, die der Arzt aufwänden muss, um hinter deine Symptomatik zu steigen.

9. Höre auf deinen Körper

Wir sind alle einzigartig. Vielleicht sind die Symptome, die du erlebst, bisher nicht gut erforscht oder dokumentiert. Das heißt aber nicht, dass sie nicht echt und vorhanden sind. Sie sind es, aber du wirst etwas mehr Zeit und Energie brauchen, um den Symptomen mit Hilfe deines Arztes auf den Grund zu gehen.

Auch wenn einige Dinge und Maßnahmen, die für viele andere Hashimoto-Patienten funktionieren, nicht für dich funktionieren, ist es auch in Ordnung. Wir sind nun mal alle verschieden und umso wichtiger ist es in sich selbst hinein zuhören, wahrzunehmen was der Körper einem mitteilen möchte und dies auch umzusetzen.

Das hört sich zwar ein wenig esoterisch an, funktioniert aber in der Praxis ziemlich gut. Fehlt dem Körper beispielsweise Kupfer, so hat der Mensch einen starken Drang Schokolade und Nüsse zu essen oder Kaffee zu trinken. Diese Nahrungsmittel enthalten sehr viel Kupfer und geben dem Körper die Nährstoffe, die er in dem Moment braucht. Das sind beispielhafte Signale, die der Körper ganz klar sendet und die man nicht ignorieren sollte.

10. Reduziere Stress und versuche die Dinge leichter zu nehmen

Stress ist einer der Umweltauslöser von Autoimmunkrankheiten. In Zeiten hoher Belastung verändern sich sowohl der Hormonhaushalt als auch das Immunsystem – und dies natürlich nicht zum Besseren. Vermeide Stress und arbeiten daran etwas positiver durchs Leben zu gehen.

Beginne kleinere Probleme abzuarbeiten und wage dich mit der Zeit auch die größeren aus dem Weg zu räumen. Versuche häufiger zu lachen und nicht alles so verbissen zu sehen. Dein Körper wird es dir danken indem du dich besser fühlen wirst.

11. Bewege dich – und wenn es nur ein bisschen ist

Körperlich aktiv zu sein und sich regelmäßig zu bewegen ist absolut notwendig um einen gesunden Körper und die Gute Laune zu erhalten. Es muss nicht der schweißtreibende Ausdauersport sein, der für viele Hashimoto-Patienten auch gar nicht machbar wäre.

Ein bisschen walken oder zumindest tägliches Spazieren gehen an frischer Luft, bringt die Verdauung in Gang, macht den Kopf frei und fördert die Durchblutung. Häufig wird vergessen, dass Sport bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu stark sinkenden Hormonspiegeln im Blut führt und gegebenenfalls mit einer entsprechenden Dosierung nachkorrigiert werden muss.

12. Verbinde dich mit Selbsthilfegruppen in Foren und auf Facebook

Es gibt weltweit unzählige Menschen die an der Hashimoto Thyreoiditis oder einer Schilddrüsenunterfunktion leiden. Diese Menschen teilen oftmals ihre Erfahrungen und ihre meist hilfreichen Tipps in Diskussionsforen oder in Facebook-Gruppen. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit sich direkt zu speziellen Themen auszutauschen und vielleicht auch aus den Fehlern anderer zu lernen.

Zudem tut auch der Austausch mit Gleichgesinnten der eigenen Psyche gut, da man sich im Gegensatz zu Gesprächen mit Ärzten, auch mal verstanden fühlt und auch Themen ansprechen kann, die von Ärzten oft als Unfug abgetan werden.

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