8. Die Mahlzeiten

Wenn unsere Cortisol-Spiegel zwischen 6.00 und 8.00 Uhr morgens ihren Höchststand erreicht haben, haben wir möglicherweise keinen Appetit.

Viele Menschen lassen das Frühstück aus, weil sie „nicht hungrig“ sind. Der Grund dafür ist, dass unsere Körper Zucker benötigen, um weiter funktionieren zu können. Desweiteren ändert sich der Energiebedarf des Körpers während dieser Phase nicht. Sogar ein kleiner Snack ist besser als überhaupt nichts und wird die nötige Energie bereitstellen, obwohl man es vielleicht nicht für nötig hält zu essen.

Das Frühstück auszulassen, ist keine gute Idee. Wenn Sie wenig Zucker im Blut haben, werden die Nebennieren angehalten, Cortisol zu produzieren, da Cortisol die Glukogenese anregt, um so den Blutzuckerspiegel anzuheben und die Körperfunktionen zu ermöglichen. Es ist daher wichtig, bald nach dem Aufwachen und nicht später als 10.00 Uhr ein gesundes Frühstück zu sich zu nehmen. Das bewahrt den Körper davor, dies für den Rest des Tages aufholen zu müssen.

Die beste Zeit zu Mittag zu essen ist zwischen 11.00 und 11.30 Uhr. Manchmal ist ein nahrhafter Snack zwischen 14.00 und 15.00 Uhr nötig, um unseren Körper durch das Cortisol-Loch zwischen 15.00 und 16.00 Uhr zu bringen. „Abendbrot“ sollte zwischen 17.00 und 18.00 Uhr eingenommen werden.

Ein späteres Abendessen, falls nötig, sollte in kleinen Mengen und „niedrig glykämisch“ ausfallen, um einen steilen Anstieg des Blutzuckers zu vermeiden, den man üblicherweise nach „hoch glykämischen“ Snacks hat, wie bei einem Stück Kuchen. Solche Zwischenmahlzeiten werden einen Anstieg des Blutzuckers verursachen und einen damit verbundenen Anstieg der Insulinproduktion.

Mit der Zeit wird die Insulinsekretion, resultierend aus einem nächtlichen Zustand der Unterzuckerung, gestört. Charakteristisch für diese Symptome sind Albträume, Angstzustände und Nachtschweiß. Wenn dies auftritt, muss der Körper die Nebennieren aktivieren, um mehr Cortisol ausschütten und so einen normalen Blutzuckerspiegel wieder erlangen zu können. Dies kann letztendlich eine große Last für die ohnehin schon erschöpften Nebennieren darstellen, wenn es sich Jahr für Jahr fortsetzt.

9. Ernährung.

Eine nährstoffarme oder unpassende Ernährung ist einer der Hauptgründe für diese Erkrankung. Ohne eine Ernährung, die biochemisch und dem Stoffwechsel angeschlagener Nebennieren angepasst ist, ist eine vollständige Genesung nicht möglich.

Zucker

Glukose ist ein einfacher Zucker, der in Lebensmitteln vorkommt. Er ist ein essentieller Nährstoff, der die Zellen mit Energie versorgt, damit sie einwandfrei funktionieren können. Nach den Mahlzeiten wird die Nahrung im Darm verdaut und in Glukose und andere Nährstoffe aufgespalten.

Die Glukose wird von den Zellen im Darm aufgenommen und durch den Blutkreislauf zu den Zellen im gesamten Körper transportiert. Die Glukose kann jedoch nicht von allein in die Zellen gelangen. Sie braucht Hilfe vom Insulin, um die Zellwände durchdringen zu können. Daher fungiert Insulin als Regulator des Glukosetransports und Stoffwechsels im Körper.

Insulin wird das „Hungerhormon“ genannt. Wenn der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit ansteigt, steigt entsprechend der Insulinspiegel an, mit anschließendem Abfall des Blutzuckerspiegels durch den Transport von Glukose in die Zellen zwecks Energiegewinnung. Wenn die Zelle Energie produziert, wird der Blutzuckerspiegel langsam gesenkt und die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse wird eingestellt. Da weiterhin Energie hergestellt wird, hält der Abfall des Blutzuckerspiegels an. Wenn er unter einen bestimmten Stand gesunken ist, verspüren wir Hunger.

Dies passiert häufig ein paar Stunden nach der Mahlzeit. Dieser Abfall des Blutzuckerspiegels regt die Nebennieren an, mehr Cortisol zu produzieren. Das Cortisol erhöht den Blutzuckerspiegel, in dem es Eiweiße und Fette in seine Bausteine spaltet. Somit steigt der Blutzuckerspiegel wieder an, damit für uns zwischen den Mahlzeiten eine gleichmäßige Versorgung mit Energie sicher gestellt ist. Cortisol arbeitet daher Hand in Hand mit dem Insulin, um einen gleichmäßigen Blutzuckerspiegel 24 Stunden am Tag aufrecht zu erhalten und ihn in einem eng kontrolliertem Bereich zu halten.

Wenn die Nebennieren gestresst sind, fällt die Menge des produzierten Cortisols unter den Normalstand ab und die Menge des Zuckers, der den Zellen zur Verfügung steht, ist vermindert. Mit weniger Zucker hat der Körper weniger Energie zur Verfügung und man empfindet Müdigkeit. Wenn der Zuckerspiegel unter einen kritischen Punkt abfällt, kann man sich schwindelig und verwirrt fühlen. Dies sind übliche Symptome von zu niedrigem Blutzucker (auch Hypoglykämie genannt). Am wahrscheinlichsten erleben wir eine Unterzuckerung zwischen den Mahlzeiten um 10-12 Uhr, ebenso wie um 15-16 Uhr.

Um die Sache noch zu verschlimmern, wird als automatische Reaktion des Körpers die Produktion von Insulin erhöht, wenn mehr Zucker während einer Stressreaktion benötigt wird, als Versuch, mehr Zucker aus dem Blutkreislauf in die Zellen und so mehr Energie zu bekommen. Insulin öffnet die Zellwände, um Glukose hineinzubringen, was wiederum in einem weiteren Abfall des Blutzuckers resultiert. Dies verschlimmert die bereits existierende Unterzuckerung.

Menschen mit Nebennierenunterfunktion berichten oft von Symptomen wie Schwindel und Schwäche, sobald der Blutzuckerspiegel unter einen Stand abfällt, der normalerweise für die Körperfunktionen benötigt wird. Um dem entgegen zu wirken, ist die üblichste und schnelle Lösung zu Lebensmitteln zu greifen, die viel raffinierten Zucker enthalten, wie Kuchen oder Süßigkeiten oder auch zu Getränken, die Stimulantien zur Ausschüttung von Cortisol enthalten, wie z.B. Kaffee oder Cola. Dies gibt einem einen Energieschub. Diese Erleichterung der Hypoglykämie- Symptome dauert jedoch nur ungefähr für 1-2 Stunden an. Es führt unweigerlich zu einem Einbruch mit noch niedrigerem Blutzucker. Diejenigen mit dieser Erkrankung befinden sich permanent auf einer Achterbahn, was die Blutzuckerspiegel während eines gesamten Tages betrifft. Der Zuckerspiegel neigt dazu, nach jeder schnellen Mahlzeit anzusteigen, fällt dann aber nach ein paar Stunden wieder ab. Am Ende des Tages ist der Körper völlig ausgelaugt.

Eine Ernährung, die einen konstanten Blutzuckerspiegel aufrecht erhält, ist eine entscheidende Voraussetzung zur Genesung der Nebennierenunterfunktion. Dies kann erreicht werden, indem man eine Vielzahl an Nahrungsmitteln zu sich nimmt, die einen niedrig glykämischen Index haben und den Zucker langsam freisetzen, damit der Körper während und zwischen den Mahlzeiten durchhalten kann. Stärkehaltige Kohlehydrate, die sehr schnell in Glukose umgewandelt werden, wie Brot und Nudeln, sollten eingeschränkt werden. Süße Getränke sollten komplett gemieden werden.

Salz

Die Salzmenge und -regulation im Körper hängt stark von einem chemischen Stoff ab, der Aldosteron genannt wird. Dieser Stoff wird in der Nebennierenrinde unter der Führung von einem weiteren Hormon, ACTH genannt, hergestellt. ACTH wird in der vorderen Hypophyse gebildet. ACTH regt die Nebennierenrinde an, eine breite Anzahl von Hormonen, einschließlich Aldosteron und Cortisol, zu produzieren. Wie das Cortisol, folgt die Aldosteron-Ausschüttung einem täglichen Muster, das seinen Höchstand um 8.00 Uhr hat und seinen niedrigsten zwischen 24.00 und 4.00 Uhr nachts. Aldosteron ist eine sehr spezielle Verbindung, die verantwortlich für die Aufrechterhaltung der Konzentration von Natrium und Kalium innerhalb und außerhalb der Zellen ist. Das wiederum hat eine direkte Auswirkung auf die Flüssigkeiten im Körper. Daher spielt Aldosteron eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutdrucks.

Es ist wichtig zu beachten, dass Natrium und Wasser Hand in Hand arbeiten. Wohin das Natrium geht, geht auch das Wasser. Wenn die Konzentration von Aldosteron im Körper ansteigt, steigt auch die Konzentration von Natrium und Wasser an, mehr Flüssigkeit wird im Körper zurückgehalten und der Blutdruck steigt. Umgekehrt, wenn der Aldosteronspiegel absinkt, wird die Menge an Natrium und Wasser im Körper reduziert. Der Blutdruck sinkt.

Im Gegensatz zu Cortisol hat Aldosteron kein eigenes negatives Rückkopplungssystem, wenn extrem hohe Mengen auftauchen. Wenn der Aldosteronspiegel zu hoch ist, werden die Rezeptoren herunterreguliert und die Empfänglichkeit für Aldosteron wird geringer. In den frühen Phasen der Nebennierenunterfunktion, steigt aufgrund der stressbedingten ACTH-Stimulierung unser Cortisol- und Aldosteronspiegel an. Daraus resultierend werden Natrium und Wasser im Körper zurückgehalten und wir fühlen uns aufgedunsen. Die Barorezeptoren (Rezeptoren, die druckempfindlich sind) der Blutgefäße sind stimuliert und die Gefäße entspannen sich automatisch, was durch das autonome Nervensystem gesteuert wird. Diese Selbstregulation hilft bei der Aufrechterhaltung eines stabilen Blutdrucks, sobald das Volumen der Gesamt-Flüssigkeit aufgrund eines stressbedingten hohen Aldosteron-Spiegels ansteigt.

Bei Stress schütten die Nebennieren ein weiteres Hormon aus, das Adrenalin genannt wird. Dieses Hormon verengt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck, um sicher zu stellen, dass unser Gehirn mit ausreichend Blut und Sauerstoff versorgt wird, um uns bei der Bewältigung der bevorstehenden Gefahr zu helfen. Die Summe der Reaktion auf Aldosteron, Adrenalin und die automatische Gefäß-Entspannung, sind einige der Hauptfaktoren, die letztlich den endgültigen Blutdruck bestimmen. Während der frühen Stadien der Nebennierenunterfunktion ist der daraus resultierende Blutdruck oft normal, wenn alle Körperfunktionen im Gleichgewicht sind. Wenn der Körper unfähig ist, der Aldosteron- und Adrenalin-Reaktion Herr zu werden, dann wird der Blutdruck angehoben. Es kommt häufig vor, das stressreiche Erlebnisse in hohem Blutdruck enden.

Indem die Nebennierenunterfunktion zu ausgeprägteren Stadien fortschreitet, verringert sich die Menge des produzierten Aldosterons. Die Natrium- und Wasserrückhaltung ist beeinträchtigt. Weil die Flüssigkeitsmenge im Körper vermindert ist, stellt sich ein niedriger Blutdruck ein. Die Zellen dehydrieren und haben Natriummangel.

Mit fortschreitender Erschöpfung der Nebennieren, finden wir niedrigen Blutdruck und es stellt sich Salzhunger ein. Der niedrige Blutdruck ist auf die verringerte Flüssigkeitsmenge im Körper zurück zu führen. Der Salzhunger tritt ein, weil sich der Körper in einem absolutem Natriummangel befindet. Beides ist auf einen Mangel an Aldosteron zurückzuführen. Um dem entgegenzuwirken, tritt Kalium aus den Zellen aus, sodass das Natrium- Kalium Verhältnis konstant bleiben kann. Der Verlust an Kalium ist geringer als der an Natrium. Daraus ergibt sich ein erhöhtes Kalium-Natrium-Verhältnis. Dieses Ungleichgewicht löst eine Reihe weiterer Probleme aus.

Diejenigen, die an einer Nebennierenunterfunktion leiden, haben oft eine niedrige Menge an Körperflüssigkeit, einhergehend mit Natriummangel bedingtem Salzhunger und normalem bis hohem Kalium-Spiegel. Obwohl der Flüssigkeitsmangel ausgeglichen werden sollte, sollte dies vorsichtig geschehen. Wenn Flüssigkeit ohne genügend Natrium zugeführt wird, wird die Natriummenge im Körper verdünnt und es entsteht ein noch niedriger Natrium-Spiegel. Dies nennt man durch Verdünnung hervorgerufene Natriumunterversorgung. Es ist daher wichtig, dass Menschen mit dieser Erkrankung ihren Getränken reichlich Salz hinzufügen. Elektrolytgetränke, die im Handel erhältlich sind, wie z.B. Gatorate, sind für Menschen gemacht, die eine normale Nebennierenfunktion haben und einen hohen Kaliumverlust während des Fitness-Trainings erlitten haben. Sie können bei schwach ausgeprägter Nebennierenunterfunktion getrunken werden. Menschen, die an schwerer Nebennierenunterfunktion leiden, haben üblicherweise niedrige Cortisol- und Natrium-Spiegel. Sie sollten regelmäßig gefiltertes Trinkwasser mit einem halben bis ganzen Teelöffel Salz zu sich nehmen, besonders am Morgen.

Nur eine kleine Anzahl von Menschen mit dieser Erkrankung haben gleichzeitig hohen Blutdruck. Diejenigen, auf die dies zutrifft, sollten während der Flüssigkeitsaufnahme sorgfältig ihren Blutdruck kontrollieren.

Meersalz ist besser als Tafelsalz, da es zusätzliche Spurenelemente enthält. Ein geeigneter Cocktail für Nebennieren-Kranke ist Gemüsesaft verdünnt mit Wasser und einer Prise Meersalz und Kelp-Pulver (Braunalgenpulver). Kelp enthält pro Portion ungefähr 90 mg Kalium und über 200 mg Natrium und kann leicht absorbiert werden. [weiterlesen]


<

Noch mehr wichtige Infos:

Die Schilddrüse - Kleines Organ mit großer Wirkung

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ mit großer Wirkung. Vor allem dann, wenn ihre Funktion ins Wanken gerät und die Schilddrüse nicht mehr in der Lage ist eigenständig die Hormone T3 und T4 zu produzieren. Normalerweise ist die Schilddrüse nur so groß wie die ...

Hashimoto Thyreoiditis richtig diagnostizieren

Hashimoto Thyreoiditis richtig diagnostizieren

Um eine gescheite Diagnose zu erhalten, gilt es in erster Linie einen Arzt (Endokrinologen) zu finden, der sich mit Schilddrüsenerkrankungen auskennt und die Schilddrüsendiagnostik nicht auf den TSH-Wert beschränkt ...

Video: Die große Zuckerlüge

Video: Milliardengeschäft Antidepressiva

Die gefährlichen Glückspillen (Antidepressiva) bewirken nicht gerade selten genau das Gegenteil von dem was sie versprechen und manipulieren das menschliche Gehirn mehr als einem meist lieb ist. Angeblich wurden die ...