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Januar-Juni 2011

Leider bekam ich Prednison anstatt dem klassischen Prednisolon oder Hydrocortison, welches eigentlich bei heftigen Entzündungen im Darmbereich angewendet wird, anstatt niedrigdosiert eine Nebennierenschwäche beheben soll. Und dann sollte ich auch mit einer Hammerdosis beginnen. Anstatt der bekannten max. Dosis von 5 – 7,5mg, sollte es direkt mit 20mg losgehen. Somit wurde mir klar, das Adrenal-Fatigue für die Ärzte nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln war.

Der erste und zweite Tag mit Prednison waren fantastisch, aber es ging recht schnell wieder rapide bergab. Ein hochdosieren brachte zwar immer eine Besserung, die aber nicht von langer Dauer war. Somit habe ich im Laufe der Zeit auch noch Hydrocortison und Prednisolon ausprobiert. Prednisolon war für mich immer noch das Beste. Aber gut ging es mir leider immer noch nicht. Ich habe ein halbes Jahr versucht mit Cortison klarzukommen, aber eine deutliche Besserung war leider nicht herbeizuführen. Somit habe ich mich entschlossen alternativ an die Sache ranzugehen.

Cortisolspeicheltest

Nach ca. 6 Monaten unter Cortison sah mein Cortisol-Speicheltest wiedermal katastrophal aus. Vier von Fünf Speichelproben liegen unter dem Normbereich, lediglich der erste Morgenwert liegt knapp über dem unteren Normwert. Unter Cortison hat sich also überhaupt keine Besserung eingestellt, somit war dies die falsche Behandlung für mich und ich versuche ab sofort alternative Mittel wie Cytozyme AD, Vitamine, Salzwasser etc.

Ich habe meine Ernährung umgestellt, Cytozyme AD (Nebennierenextrakt), hochdosiert Vitamin C, B12, B5 und morgens Salzwasser zum Frühstück zu mir  genommen. Zudem habe ich versucht ein wenig Stress zu reduzieren und meine Art und Weise wie ich die Dinge betrachte ein wenig umgekrempelt, sodaß ich mir einfach nicht mehr soooo viele Sorgen gemacht habe und versucht habe, alles etwas lockerer zu sehen. Dies hat bis zum Ende des Jahres eine deutliche  Verbesserung herbeigeführt.

Im Mai habe ich auch begonnen meine Schilddrüsenhormone umzustellen und mit Armour Thyroid angefangen. Und endlich ging die Sonne wieder auf. Es ging mir damit zwar nicht perfekt, aber viele Symptome waren wie weggeblasen. Ab sofort gab es keinen Schwindel mehr, die Rückenschmerzen und  Muskelverspannungen waren weg und es stand mehr Energie bereit als vorher. Wobei ich erwähnen muss, das es mir damit nie komplett gut ging. Vor allem die Müdigkeit holte mich immer wieder ein und mein sehr schwankendes Befinden tagsüber war sehr anstrengend, sodaß ich mir immer sicherer wurde, das  meine Schilddrüse anscheindend unkontrolliert Hormone abgibt.

Knoten oder autoimmune Bereiche konnten aber weder im Ultraschall noch in der Szintigraphie festgestellt werden. Trotzdem habe ich mich entschlossen mich von meiner Schilddrüse zu trennen, da ich mittlerweile auch ständig stechende Schmerzen bekam und mein befinden noch stärker begann zu  schwanken, obwohl ich eine konstante Hormondosis zu mir genommen habe.

Juli-Dezember 2011

Sich von seiner Schilddrüse trennen zu wollen ist aber einfacher gesagt als getan, da die Ärzte hierzu keine Veranlassung sehen. Die Hashimoto solle ja die Schilddrüse ausbrennen und irgendwann ist sie ja angeblich eh zerstört. Dies kann aber mehrere Jahre bis Jahrzehnte dauern und eine Garantie dafür gibt es sowieso nicht. Und solange mit diesen schwankenden  Symptomen leben zu müssen war keine Option für mich.Zum Glück habe ich einen Hausarzt, der allem aufgeschlossen gegenübersteht und bisher ja schon so einiges mit mir ausprobiert hat.

Somit habe ich mich auf den Weg zu meinem Hausarzt begeben, der ja nun seit fast vier Jahren meinen Werdegang verfolgt hat, um mit ihm die Pros und  Contras zu besprechen und überhaupt einmal zu sehen, wie er auf meinen “Plan” reagiert. Schließlich brauchte ich ja eine Überweisung zum Chirurgen.  Überraschenderweise war er sehr kooperationsbereit und sagte das in meinem Fall eine OP vielleicht tatsächlich eine Besserung herbeiführen konnte. Man kann dies natürlich nie garantieren, aber andererseits, was sollten wir denn sonst noch verusuchen ? Er verwies mich aber noch an meine Endokrinologin, da  sie sich da auch noch zu äussern sollte und mir gegebenfalls eine Überweisung zum Chirurgen austellen könnte. Er wäre aber dazu bereit mein Vorhaben noch in schriftlicher Form zu untermauern. Das waren doch schonmal recht gute Nachrichten und so wie der Zufall es so wollte, hatte ich am selben Tag noch einen Termin bei meiner Endokrinologin.

Meine Endokrinologien verstand meine Verzweiflung und hatte etwas länger darüber nachgedacht. Schließlich hat sie zugestimmt, allerdings nur unter einer Bedingung. Ich sollte mich bei einem Psychologen vorstellen, der wiederlegen sollte, das meine Probleme psychischer Natur wären und dann noch zu einem  Neurologen gehen, der mich auch nochmal auf den Kopf stellen sollte. Dem habe ich natürlich sofort zugestimmt.

Beim Psychologen war ich nach 25min. wieder raus, da er der Meinung war, das meine gesundheitlichen Probleme definitiv nichts mit meiner Psyche zu tun haben. Auch der Neurologe konnte nichts finden, obwohl er mich fast 3 Stunden untersucht hatte. Somit gings wieder zurück zum Endo um alles weitere zu besprechen. Bereits am nächsten Tag konnte ich mir die Überweisung zum Chirurgen abholen. Bingo !

Zwischenzeitlich habe ich mich ausgiebig darüber informiert, welches Krankenhaus in Deutschland dafür in Frage kommt. Nach vielen Berichten im Internet, Gesprächen mit bereits operierten und auf anraten meines Endos habe ich mich für das Louisenhospital in Aachen entschieden, da der dort operierende  Oberarzt anscheinden über sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet verfügt und die technische Ausstattung auf dem neusten Stand war. Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Chirurgen haben wir den OP-Termin auf den 28. Dezember 2011 gesetzt, da ich ab Weihnachten immer 2 1/2 Wochen Urlaub habe.

Leider musste ich aber bereits im August 2011 auf den OP-Tisch, da sich mein Blinddarm entzündet hat und dieser sofort operiert werden musste. Manchmal  kommt halt eben alles auf einmal.

28. Dezember 2011 – Der OP-Tag und die Tage danach

Nun war es dann wohl soweit. Der Tag der Schilddrüsen-OP war nun da und ich bin noch nicht mal richtig aufgeregt gewesen, sondern einfach nur richtig müde, da ich bereits um halb Fünf morgens aufstehen musste. Morgens um 7.00h habe ich mich im Krankenhaus angemeldet, dann gab es schon die erste Beruhigungstablette und ich habe mit meiner Frau und Tocher in meinem Zimmer auf den Startschuss gewartet. Gegen 8.00h ging es dann los und alles ging sehr schnell, was mir auch sehr recht war.

Ab in den scharfen Krankenhausfummel, kurz von der Familie verabschiedet und ab die Post. Meine Freude die Schilddrüse loszuwerden war größer, als der kurze Moment in dem ich dann doch etwas Angst verspührt habe. Die OP an sich dauerte ca. 3 1/2h und alles ist gut verlaufen. Die Nebenschilddrüsen wurden nicht entfernt oder beschädigt, genauso wenig gab es Probleme mit dem Stimmbandnerven. Nach der OP war ich ein bisschen benommen, aber im großen und ganzen ging es mir recht gut. Lediglich die Drainage störte, aber ich hatte kaum Schmerzen oder sonstige Probleme. Der Schnitt wurde gut in einer Hautfalte platziert und die Narbe ist nun ca. 4cm Breit.

Schilddrüsennarbe

Der OP-Tag war vom befinden her sowieso mit beste Tag, den ich in den letzten 4 Jahren hatte. Mir ging es im Grunde sehr gut…solch ein Gefühl kannte ich  schon fast gar nicht mehr. Bis hierhin war es eine gute Entscheidung mich operieren zu lassen. Ich bin froh das ich die OP gut überstanden habe und auch in dieser Nacht habe sehr gut geschlafen. Das einzige was mich gestört hat, war die Drainage. Diese wurde aber bereits am nächsten Tag gezogen….das war im Grunde das schlimmste an der ganzen Operation. Entgegen der Meinung der Ärzte habe ich auch bereits am nächsten morgen mit meinen 2 3/4 Grain Armour angefangen, um nicht schon wieder in eine massive Unterfunktion zu rutschen.

Der Arzt hat mir versichert, das alles entfernt wurde und das meine Schilddrüse sehr silbrig und grau war. Zudem war das gesamte Gewebe sehr vernarbt und verklebt. Alle 4 Nebenschilddrüsen konnten lokalisiert und verschont werden. Ich habe auch keinerlei kribbeln oder eingeschlafene Hände oder Füsse, somit ist also kein Kalziummangel vorhanden. Die Histologie hat ergeben, das die Schilddrüse mit unzähligen Miniknötchen durchzogen war, was wohl das ständig  schwankende befinden erklären würde.

Alles in allem bin ich bisher sehr zufrieden. Die OP war gar nicht so schlimm wie vermutet. Ich habe kaum Schmerzen oder sonstige Beschwerden. Nur die  Müdigkeit kam langsam wieder. Aufgrund meiner Nebennierenschwäche habe ich vor, während und nach OP massig Cortison bekommen, um sicherzugehen, das meine Nebennieren nicht schlapp machen. Dies und die OP bringen somit mächtig viel durcheinander. Ich denke die nächsten Tag werden noch deutlich schlimmer werden. Aber wir werden sehen…. [weiterlesen]

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