Knoten oder autoimmune Bereiche konnten aber weder im Ultraschall noch
in der Szintigraphie festgestellt werden. Trotzdem habe ich mich entschlossen
mich von meiner Schilddrüse zu trennen, da ich mittlerweile auch ständig
stechende Schmerzen bekam und mein befinden noch stärker begann zu schwanken,
obwohl ich eine konstante Hormondosis zu mir genommen habe.
Juli-Dezember 2011
Sich von seiner Schilddrüse trennen zu wollen ist aber einfacher gesagt
als getan, da die Ärzte hierzu keine Veranlassung sehen. Die Hashimoto
solle ja die Schilddrüse ausbrennen und irgendwann ist sie ja angeblich
eh zerstört. Dies kann aber mehrere Jahre bis Jahrzehnte dauern und
eine Garantie dafür gibt es sowieso nicht. Und solange mit diesen schwankenden
Symptomen leben zu müssen war keine Option für mich.Zum Glück habe ich
einen Hausarzt, der allem aufgeschlossen gegenübersteht und bisher ja
schon so einiges mit mir ausprobiert hat.
Somit habe ich mich auf den Weg zu meinem Hausarzt begeben, der ja
nun seit fast vier Jahren meinen Werdegang verfolgt hat, um mit ihm
die Pros und Contras zu besprechen und überhaupt einmal zu sehen, wie
er auf meinen “Plan” reagiert. Schließlich brauchte ich
ja eine Überweisung zum Chirurgen. Überraschenderweise war er sehr kooperationsbereit
und sagte das in meinem Fall eine OP vielleicht tatsächlich eine Besserung
herbeiführen konnte. Man kann dies natürlich nie garantieren, aber andererseits,
was sollten wir denn sonst noch verusuchen ? Er verwies mich aber noch
an meine Endokrinologin, da sie sich da auch noch zu äussern sollte
und mir gegebenfalls eine Überweisung zum Chirurgen austellen könnte.
Er wäre aber dazu bereit mein Vorhaben noch in schriftlicher Form zu
untermauern. Das waren doch schonmal recht gute Nachrichten und so wie
der Zufall es so wollte, hatte ich am selben Tag noch einen Termin bei
meiner Endokrinologin.
Meine Endokrinologien verstand meine Verzweiflung und hatte etwas länger
darüber nachgedacht. Schließlich hat sie zugestimmt, allerdings nur
unter einer Bedingung.
Ich sollte mich bei einem Psychologen vorstellen, der wiederlegen sollte,
das meine Probleme psychischer Natur wären und dann noch zu einem Neorologen
gehen, der mich auch nochmal auf den Kopf stellen sollte. Dem habe ich
natürlich sofort zugestimmt.
Beim Psychologen war ich nach 25min. wieder raus, da er der Meinung
war, das meine gesundheitlichen Probleme definitiv nichts mit meiner
Psyche zu tun haben. Auch der Neurologe konnte nichts finden, obwohl
er mich fast 3 Stunden untersucht hatte. Somit gings wieder zurück zum
Endo um alles weitere zu besprechen. Bereits am nächsten Tag konnte
ich mir die Überweisung zum Chirurgen abholen. Bingo !
Zwischenzeitlich habe ich mich ausgiebig darüber informiert, welches
Krankenhaus in Deutschland dafür in Frage kommt. Nach vielen Berichten
im Internet, Gesprächen mit bereits operierten und auf anraten meines
Endos habe ich mich für das Louisenhospital in Aachen entschieden, da
der dort operierende Oberarzt anscheinden über sehr viel Erfahrung auf
dem Gebiet verfügt und die technische Ausstattung auf dem neusten Stand
war. Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Chirurgen haben wir den
OP-Termin auf den 28. Dezember 2011 gesetzt, da ich ab Weihnachten immer
2 1/2 Wochen Urlaub habe.
Leider musste ich aber bereits im August 2011 auf den OP-Tisch, da
sich mein Blinddarm entzündet hat und dieser sofort operiert werden
musste. Manchmal kommt halt eben alles auf einmal.
28. Dezember 2011 – Der OP-Tag und die Tage danach
Nun war es dann wohl soweit. Der Tag der Schilddrüsen-OP war nun da
und ich bin noch nicht mal richtig aufgeregt gewesen, sondern einfach
nur richtig müde, da ich bereits um halb Fünf morgens aufstehen musste.
Morgens um 7.00h habe ich mich im Krankenhaus angemeldet, dann gab es
schon die erste Beruhigungstablette und ich habe mit meiner Frau und
Tocher in meinem Zimmer auf den Startschuss gewartet. Gegen 8.00h ging
es dann los und alles ging sehr schnell, was mir auch sehr recht war.
Ab in den scharfen Krankenhausfummel, kurz von der Familie verabschiedet
und ab die Post. Meine Freude die Schilddrüse loszuwerden war größer,
als der kurze Moment in dem ich dann doch etwas Angst verspührt habe.
Die OP an sich dauerte ca. 3 1/2h und alles ist gut verlaufen. Die Nebenschilddrüsen
wurden nicht entfernt oder beschädigt, genauso wenig gab es Probleme
mit dem Stimmbandnerven.
Nach der OP war ich ein bisschen benommen, aber im großen und ganzen
ging es mir recht gut. Lediglich die Drainage störte, aber ich hatte
kaum Schmerzen oder sonstige Probleme. Der Schnitt wurde gut in einer
Hautfalte platziert und die Narbe ist nun ca. 4cm Breit.
Der OP-Tag war vom befinden her sowieso mit beste Tag, den ich in den
letzten 4 Jahren hatte. Mir ging es im Grunde sehr gut…solch ein
Gefühl kannte ich schon fast gar nicht mehr. Bis hierhin war es eine
gute Entscheidung mich operieren zu lassen.
Ich bin froh das ich die OP gut überstanden habe und auch in dieser
Nacht habe sehr gut geschlafen. Das einzige was mich gestört hat, war
die Drainage. Diese wurde aber bereits am nächsten Tag gezogen….das
war im Grunde das schlimmste an der ganzen Operation.
Entgegen der Meinung der Ärzte habe ich auch bereits am nächsten morgen
mit meinen 2 3/4 Grain Armour angefangen, um nicht schon wieder in eine
massive Unterfunktion zu rutschen.
Der Arzt hat mir versichert, das alles entfernt wurde und das meine
Schilddrüse sehr silbrig und grau war. Zudem war das gesamte Gewebe
sehr vernarbt und verklebt. Alle 4 Nebenschilddrüsen konnten lokalisiert
und verschont werden. Ich habe auch keinerlei kribbeln oder eingeschlafene
Hände oder Füsse, somit ist also kein Kalziummangel vorhanden. Die Histologie
hat ergeben, das die Schilddrüse mit unzähligen Miniknötchen durchzogen
war, was wohl das ständig schwankende befinden erklären würde.
Alles in allem bin ich bisher sehr zufrieden. Die OP war gar nicht
so schlimm wie vermutet. Ich habe kaum Schmerzen oder sonstige Beschwerden.
Nur die Müdigkeit kam langsam wieder.
Aufgrund meiner Nebennierenschwäche habe ich vor, während und nach OP
massig Cortison bekommen, um sicherzugehen, das meine Nebennieren nicht
schlapp machen. Dies und die OP bringen somit mächtig viel durcheinander.
Ich denke die nächsten Tag werden noch deutlich schlimmer werden. Aber
wir werden sehen…. [weiterlesen]