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Januar-Juni 2010

Da es mir nun mittlerweile immer schlechter ging, überwies mich meine Endokrinologin in das Aachener Klinikum. In die Fachabteilung Endokrinologie. Zu dem, in den Augen meiner Ärztin, besten Spezialisten auf diesem Gebiet. Wieder sah ich endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Wenn nicht er, wer dann ? Dieser Professor wird mir bestimmt helfen können. Oder?

Als ich sein Büro betrat, war ich erschlagen von dem riesigen Büro mit dem Marmorfußboden und den Designer-Möbeln. Heute ist sowas für mich ein Grund zu flüchten, da die meisten Ärzte die ich bisher kennenlernen durfte, die sich so pompös präsentieren, nicht viel bieten konnten. Außer nach viel BlaBla wieder mal nur auf die Psyche zu verweisen. Aber damals bin ich drauf reingefallen.

Dieser Mann wollte von mir nur das Nötigste hören und den Rest hat er sich aus meinen mitgebrachten Unterlagen erlesen. Als ich ihm nochmals mein Leid  klagen wollte, fuhr er mir nur über den Mund und meinte, das ich ihm nichts erzählen sollte. Er würde mich von Kopf bis Fuß untersuchen und dann werden  wird das Problem schon finden und lösen. WOW! Starke Worte. Aber dabei ist es leider auch geblieben.

Als ein paar Tage später alle Blut und Urinwerte beisammen waren, sollte ich zur Diagnose vorbeikommen. Er hatte rausgefunden das ich eine Hashimoto-Thyreoiditis habe. Zudem wäre ich super eingestellt und es müsste mir gut gehen. Alle anderen Werte waren auch super. So wie sich das gehört für einen 32jährigen, kräftigen Kerl. Ich wusste nicht ob ich applaudieren oder ihn auslachen sollte.

Dann kams aber noch besser. Seiner Meinung nach macht eine Hashimoto nix und ich sollte doch mein L-Thyroxin einfach komplett absetzen und die Schilddrüse würde wieder problemlos meine Hormonversorgung übernehmen. Da war ich wirklich kurz davor auf ihn loszugehen. Und sowas schimpft sich Spezialist ?!?!? Wofür bin ich überhaupt zu ihm gekommen ? Um zu hören das ich nix hab und das es mir gut geht, nur ich das bisher noch nicht mitbekommen habe ? Daraufhin habe ich ihm ein paar Takte erzählt und habe mich dann höflich verabschiedet. Somit hieß es wiedermal: “Gehe zurück auf Los und ziehe keine DM 4.000 ein

Juli-Dezember 2010

Mittlerweile ging es mir so schlecht, wie man es sich wohl kaum vorstellen kann. Nichts desto trotz war ich ja immer noch selbstständig und das Geschäft  florierte und es war viel zu tun. Wäre meine Frau nicht immer für mich da gewesen und hätte mich und mein Geschäft mit unfassbarer Energie unterstüzt, wäre ich wohl bereits längst nicht nur gesundheitlich sondern auch finanziell am Ende.

Womit wir an dem Punkt wären, an dem ich mich aufrichtig bei meiner geliebten Frau bedanken möchte, ohne die ich vermutlich schon nicht mehr da wäre !!!

Ich möchte auch meinen wenigen, verbliebenen Freunden danken, die immer für mich da waren und mich bis hierhin durch die schweren Zeiten begleitet haben !!!

Denn Freunde verliert man mit dieser Krankheit realitiv zügig, da kaum jemand diese Krankheit und ihre Symptome verstehen kann oder will. Vielen war mein Zustand auch einfach zu unbequem und nachdem ich über eine gewisse Zeit alle Diskobesuche oder Freizeitaktivitäten nicht wahrnehmen konnte, da es mir so schlecht ging, wurde ich einfach fallen gelassen. Dieser Weg ist leider für viele Menschen nunmal der einfachere.

Aber das ist wohl das einzig positive an dieser Krankheit:
Die meisten Menschen zeigen in solchen Situationen ihr wahres Gesicht und man erfährt letztendlich, welche angeblichen Freunde die wirklichen Freunde sind.

Aber irgendwie musste es ja weitergehen. Somit versuchte ich mich weiter in die Kranheit einzulesen und stolperte natürlich immer wieder über verschiedene andere Erkrankungen, die mit meinen Symptomen übereinstimmten. Da ein umfangreicher Zahnarztbesuch anstand, kam ich auch zwangsläufig an dem Thema “Quecksilber” nicht vorbei. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich acht Amalgamplomben im Mund, was vermutlich die ganze Geschichte auch nicht  unbedingt vorteilhafter gestaltete. Also musste nach der Entfernung sämtlicher Plomben eine Quecksilberausleitung her. Diese habe ich mit Chlorellaalgen, Bärlauch, Korriander etc. bis zum Ende des Jahres parallel betrieben. Allerdings brachte das auch keinen Erfolg mit sich. Zumindest keinen spürbaren.

Zum Ende des Jahres habe ich auf Empfehlung einer Bekannten, die auch seit Jahren mit der Hashimoto-Thyreoiditis zu kämpfen hat, zwei weitere Ärzte aufgesucht. Der eine war ein Radiologe in Köln und der andere war ein Internist aus Düsseldorf, der sich auf das Thema Schilddrüse spezialisiert hat.

Den guten Mann aus Köln brauchen wir hier nicht weiter zu erwähnen, aber der Internist aus Düsseldorf hatte mich zunächst sehr mit seinem Fachwissen und seiner Art und Weise beeindruckt. Er hat sich sehr viel Zeit für mich genommen und mir vieles erklärt. Auch die Tatsache das er wirklich alles im Blut hat  untersuchen lassen, was nur irgendwie möglich war. Ohne Rücksicht auf die Kosten. Ich kann nur sagen, meine Krankenkasse hat sich gefreut.

Seiner Meinung nach bräuchte ich ein Kombipräparat mit zusätzlichem T3, also verschrieb er mir Novothyral, welches mich allerdings schlicht und weg  umgehauen hat, sodaß ich fragte, ob wir nicht lieber auf Prothyrid gehen sollten, da der T3-Anteil nur halb so hoch ist wie beim Novothyral. Zudem wurden noch einige Blutzuckertests gemacht und es stellte sich heraus, das ich wohl schnell zu Unterzuckerungen neige. Dies wollte er mit Metformin behandeln.

Und siehe da, es ging mir zunächst für ein paar Tage wirklich besser. Ich habe auch noch meine komplette Ernährung umgestellt und es ging erstmal. Zumindest zeitweise. Das Problem war, das ich wirklich Unterzuckerungen erlitt, aber der Ursprung lag woanders, was ich aber erst ein paar Monate später feststellen musste. Irgendwann haben wir Metformin wieder abgesetzt und weiter versucht an der Schilddrüseneinstellung zu schrauben, als wir wieder auf das Thema Nebennierenschwäche zu sprechen kamen. Ich hatte nämlich zwischenzeitlich weiter an diese Thema geforscht und auf eigene Kappe bei  Ganzimmun Speicheltests bestellt und meinen Cortisolstatus bestimmen lassen. Die Ergebnisse waren einfach nur schlecht. Als ich ihm die Werte vor die Nase hielt, war er sofort bereit mir Cortison auszuschreiben.

Das war es. Endlich behandelt jemand meine Nebennierenschwäche ! [weiterlesen]

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