Nebennierenschwäche: Therapiehinweise

Die Nebennierenunterfunktion kann wieder vollständig wiederhergestellt werden. Allerdings müssen Sie dem Wiederherstellungsprozess eventuell 6 Monate bis 2 Jahre Zeit geben.

Folgende Schritte sind wichtig, um die Nebnennieren wieder aufzubauen:

1. Beseitigen der Stressfaktoren

Dies ist einer der wichtigsten Schritte Emotionale Stressfaktoren sind zum Beispiel Ehe-, Familien-, Beziehungs- oder Finanzprobleme und müssen geregelt und auf ein normales Niveau gebracht werden.

2. Schlaf

Das wichtigste ist, genügend Ruhephasen zu haben. Es ist wichtig, jeden Abend um 22.00 Uhr zu Bett zu gehen. Warum? Weil unsere Nebennieren noch einmal richtig loslegen müssen, um uns über die Zeit von 23.00 bis 1.00 Uhr zu bringen. Dies bringt für die Drüsen der Nebennieren enormen Stress mit sich. Wenn wir uns früh hinlegen, ruhen sich unsere Nebennieren voll und ganz aus und eine erneute Ankurbelung wird vermieden.

Zwischen 22.00 und 1.00 Uhr arbeiten unsere Nebennieren am härtesten, um unserem Körper bei der Regeneration zu helfen. Wir sollten ebenfalls versuchen, wenn möglich bis 8.30 oder 9.00 Uhr morgens zu schlafen. Das liegt daran, weil unser Cortisol-Spiegel seine Spitze zwischen 6.00 und 8.00 Uhr morgens erreicht mit dem Ziel, uns aufzuwecken und uns für den Tag in die Gänge zu bringen.

In späteren Stadien der Erkrankung fällt der Cortisol-Spiegel ab und wir fühlen uns müde. Es fällt uns schwerer aufzuwachen. Wenn wir zu früh aufwachen sollen, erhöht das den Stress für die Nebennieren, die noch mehr Cortisol produzieren müssen, obwohl sie schon erschöpft sind.

Ausreichender Schlaf in der Nacht ist daher zwingend. Ohne gesunden Schlaf kann sich unser Körper nicht ausreichend regenerieren, um auf die Stresssituationen des kommenden Tages vorbereitet zu sein. Wir sollten auch in einem völlig abgedunkelten Raum schlafen, um eine maximale Produktion an Melatonin zu erreichen.

Wenn Sie nicht einschlafen können, nehmen Sie 30 Minuten vor dem Schlafengehen Melatonin oral ein (0,5 bis 3 mg). Sie können mit einer niedrigen Dosis anfangen (0,5 mg) und sich schrittweise hocharbeiten. Wenn Sie mit 3mg beginnen, die üblicherweise verkaufte Dosis, und sie nicht als hilfreich empfinden, gehen Sie auf eine niedrigere Dosis. Die richtige Dosis variiert von Mensch zu Mensch.

Wenn sie dazu neigen, nachts zwischen 2.00 und 3.00 Uhr wach zu werden und nicht wieder einschlafen können, ist das ein Zeichen von hohem Stress. In diesem Fall können Sie die Einnahme von Depot-Melatonin erwägen. Sie können ebenso über andere Schlafmittel nachdenken, wie das 5-HTP in 100 mg, Nebennierenextrakte und Spurenelemente. Ein weiteres wunderbares Entspannungs- und Schlafmittel ist das Magnesium. Einige bekannte Kräuter, die den Schlaf fördern sind Baldrianwurzel, Hopfen (ganze Pflanze), und Lakritze (Süßholzwurzel).

3. Vermeiden Sie Kaffee und koffeinhaltige Getränke

Kaffee und Tee wirken als Stimulantien und unterbrechen das Schlafmuster. Kräutertee ist akzeptabel, da er kein Koffein enthält.

4. Vermeiden Sie Fernsehen und Computer

Einige Menschen können sehr lichtempfindlich sein. Fernzusehen oder am Computer zu arbeiten, kann verhindern, dass der Melatonin-Spiegel zur Einleitung des Schlafes ansteigt. Wenn Sie zu diesen Menschen gehören, sollten Sie ihren Fernseher oder Computer ungefähr um 20.00 Uhr abstellen.

5. Fitness-Training

Dies ist eine wunderbare Methode, Stress zu reduzieren und sich mit viel Sauerstoff zu versorgen. Sport reduziert Depressionen, erhöht die Blutzirkulation, normalisiert die Cortisol-, Insulin-, Blutzucker-, Wachstumshormon- und SD- Hormon-Spiegel und lässt Sie sich ganz allgemein besser fühlen. Sie können täglich 20-30 Minuten trainieren und dabei jede Trainigseinheit in 10-Minuten-Blocks einteilen.

Leichte Übungen, wie strammes Gehen oder Treppensteigen sind einfach und können fast überall durchgeführt werden. Sie sollten den Ablauf variieren, sodass das Training auch Spaß macht. Nehmen Sie sich vor, jede Woche ungefähr 2000 bis 3000 Kalorien zu verbrennen. Wenn Sie Sport machen, sollten Sie diese drei Bereiche abdecken:

6. Ergänzungsmittel

Es ist klug, die Funktion der Nebennierendrüsen zu optimieren. Ergänzungsmittel wie DHEA von 15 bis 30 mg, Pregnenolon von 25 bis 50 mg, eine niedrige Dosis von natürlichem Cortisol von 25 bis 50 mg, natürliches Progesteron von 20 mg oder Süßholzwurzelextrakt können eingenommen werden.

Wir sollten eine ausgewogene Menge an Vitaminen und Mineralien zu uns nehmen, um eine optimale Funktion der Nebennieren zu erreichen. Diese sind:

Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass der Versuch mit dem Brecheisen, indem man gleichzeitig viele Nährstoffe auf einmal zu sich nimmt, selten funktioniert und dieser Schuss sogar nach hinten losgehen kann. Die Verwendung von Nährstoffergänzungen, bei der Therapie der Nebennierenunterfunktion muss individuell erfolgen, basierend auf jedermann’s Geschichte, Hintergrund und persönlichem Stoffwechsel. Der richtige Nährstoff für den einen Patienten, kann für den Anderen Gift sein.

Selbst wenn mancher Nährstoff am Anfang zu helfen scheint, kann er anschließend versagen, da sich der Körper daran gewöhnt hat. Mehr ist nicht unbedingt besser und kann die Lage sogar in vielen Fällen verschlimmern, da sich der Stoffwechsel während des Regenerierungsprozesses verändert. Daher ist es wichtig, die Dosis dem Stoffwechsel auf dem Weg zu maximaler Effektivität durchgehend anzupassen.

Bei schwachen Nebennieren ist die Fähigkeit des Körpers, Nährstoffe aufzunehmen und zu verarbeiten, oft eingeschränkt. Oft werden anfangs Test-Dosen verabreicht, um zu sehen, wieviel Reserven die Nebennieren haben, bevor irgendeine hohe Dosis von Nährstoffen gegeben wird. Nährstoffe in der richtigen Dosis sollten in einer schrittweisen Verabreichung erhöht und von einem Therapeuten kontrolliert werden.

7. Ergänzung mit natürlichem Hydrocortisol

oder Cortisol-Acetaten in Stärken von 2,5 bis 5 mg zwei- bis viermal täglich, kann ein sicherer und effektiver Weg sein, die erschöpften Nebennieren zu regenerieren. Dies sollte allerdings unter der Aufsicht eines Arztes geschehen. Cortisol ist verschreibungspflichtig.

Achtung:

Aufgrund enormer individueller Unterschiede, sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auf Ihren Körper abgestimmt sein. Der geeignete Nährstoff für den einen Patienten, kann Gift für den Anderen sein.[weiterlesen]